6.Juni 2007


Numerus Claus

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 uns alle bewegt tagtäglich die Frage: Wie sind eigentlich die Zahlen entstanden? Ja, das nicht zu wissen, quält! Da könnte man verzweifeln!! Doch: Gemach… Bzw.: Zimmer…

 

 Denn: Es war einmal ein sehr schweigsames Kind, so im schlappen bzw. energiegeladenen Alter von zwei Jahren. Sagte nix, spielte rum und hatte ansonsten mit Wachsen zu tun. Letzteres, obwohl seine Eltern, die Deppen, ihm nicht einmal ein paar Ski übereignet hatten. – Ein Wunderkind.

 

 Doch Mama und Papa machten sich, nachdem zwei Jahre der Stille sie schier in den Wahnsinn trieben, denn sie hatten in Anbetracht ihrer sächsischen Gene mit einem Schrei-Kind gerechnet, langsam einen Kopp. – Nein, keinen Cop, denn dafür hätten sie ja schon wieder copulieren müssen. Und darauf standen die neuen Lebensabschnittsgefährten nun nicht gerade eben.

 

 Also: Die Elternteile zermarterten sich die Omme, was denn wohl mit dem Kleinen los sei. Und nach drei Bier und sieben „Jägermeister“ hatte Papa eine Idee. Wow! Die erste seit sieben Monaten… - „Ich gucke dem Jungen mal in den Deez*!“

 

 Gesagt, geguckt! Und da sah er das, was er bei sich schon lange nicht mehr kannte: Zehne! Genau zehne. Ganz in weiß, und nur im Ansatz faulig, ob des zuckersüßen Tees, mit dem der Kleine täglich mehrmals aufs saure Leben und die Adipositas vorbereitet wurde.

 

 Und so nannte er dann die Dinger, mit denen man, wenn man denn möchte, auch beißen kann: Zehne.

 

 Hätte er zwei Wochen später in des Knaben Mund geschaut, hießen die Beißerchen heute „Elfe“. Und die Elfen vielleicht Zähne? – Sie bewegte sich zähnenhaft…/ Oh du, meine Zähne…/ Geliebte Zähnfriede…

 

 Da die scharfkantigen Objekte aber noch keine Anstalten machten, sich aus der Mundhöhle des Jüngchens zu entfernen, blieben sie für Mama und Papa auf immer mit dessen Deez verbunden. – Das Dezimalsystem ward geboren. – Manchmal ist wirklich alles ganz leicht zu erklären.

 

 Im alten Rom guckte der Erfinder des auf der Zwölf basierenden Zahlen-Kauderwelsches eben ein paar Tage zu spät in des Kind-Probanden Gusche. Und da er sein eigen Fleisch und Blut natürlich nicht siezte, erfand er so das Du-zend. Logisch.

 

 So, da gab es also die 12 und die 10. Was ja immerhin schon 22 ausmacht. Fußball wäre also schon möglich gewesen. Aber ohne Schiri! Da sowas ja ÜBERHAUPT nicht geht (Denn wem kann man sonst nach verlorenem Spiel die Fresse polieren?), mußte die 1 erfunden werden. „Huch“, sagte sich da die FIFA, „hätten wir bald die Linienrichter vergessen…“ – Die 2 ward geboren!

 

 „Und der vierte Unparteiische?“ brüllte es aus dem Gästeblock. Ha! Die 4. Daß jetzt schon auf Zuschauer gehört wurde, machte die Vereinsbosse sauer, denn sie fanden das drei-st. Bingo!

 

 Blieben nur noch, die 5, die 6, die 7, die 8 und die 9. – „Mein Gott, wo kriegen wir die bloß her?“ jammerte es aus den Reihen der Linkspartei sowie vereinzelt bei den Grünen. Da erinnerte sich olle Lafontaine an seine Abiturnote, und die Sache mit der 5 war erledigt.

 

 Als nächstes wollte Claudia Roth 6. Alle von ihr daraufhin Angesprochenen versuchten sofort, dem späten Mädel durch Zusammenziehen ihrer grellbunten Schals die Lebenslichter auszublasen, was im Zusammenhang mit 6 ja auch ein blödes Verb ist. Claudia wurde ganz blas (!) und blieb auf der 6 sitzen. – Und wir alle hoffen, daß sie nie wieder aufstehen möge. Und vor allem: für immer schweigen…

 

 „Mindestens aber sieben Jahre lang“, betete Guido Westerwelle, gerade vom Frisör kommend, als er an der strangulierten Rothen auf ihrer 6 vorbeischlendenderte. Oder schlendendereterte. – Ich liebe „e“s!

 

 „Nimm dich ja in 8 vor den Frauen!“ hatte seine Mutti ihn immer gewarnt. Schön, daß noch jemand auf seine Mutti hört.

 

 Aber uncool. Denn nicht umsonst heißt es: Mann muß schließlich auch mal 9 sagen können!

 

 „Halleluja“, höre ich euch jetzt begeistert raunen, „da hätten wir aber auch selbst drauf kommen können.“ – Doch geißelt euch nicht, denn mal ehrlich: Hättet ihr auch Zeit und Geld für das Sabbat-Jahr gehabt, in dem ich diese Erkenntnisse gewann? Ja, da sabbat ihr verzweifelt.

 

 Doch halt, nun fragt bitte nicht gleich, wie denn die Buchstaben auf die Welt kamen. Fakt ist: nach den Zahlen! Denn sonst hätte sich ja niemand zum Nachdenken auf seine VIER Buchstaben setzen können. Und eigentlich heißen Buchstaben ja auch Buchstäbe, bloß will das heute keine mehr zugeben, da es im Krieg ja Kommando-Stäbe gab. – Der Pazifismus beeinflußt das Alphabet.

 

 Bei mir aber läßt gerade die Beeinflussung durch die Drogen nach, welche mich immer wieder zu diesen für die Menschheit so wichtigen Erkenntnissen treiben. Während ich mir nun mein diamantverziertes Spritzbesteck hole, um ein wenig nachzutanken, lernt ihr bitte das heute Gelesene wie immer auswendig.

 

 Morgen schreiben wir eine Arbeit!

 

 Immer noch besser als richtig arbeiten, stöhnt, sich die Vene abklopfend, euer

 

Numerus Clausus Jürgen

*Deez - sächsisch für Gobb

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