3.Juni 2007


Alles Tiktack

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 mein Gott, was sind das jetzt für kurze Nächte. Kann an der Jahreszeit liegen. Oder an meiner Uhr. Oder an meiner inneren. Ticke ich vielleicht nicht mehr richtig? – Gewiß! Denn das war noch nie meine Stärke.

 

 Dafür ticke ich aber auch relativ selten aus. Höchstens mal beim Tackern. Wenn ich mir in ein Körperteil tackere! Weil ich zu blöde zum Zielen bin! Und weil Herr R., der ja ein Tacker-Diplom besitzt, mich Amateur alleine werkeln läßt!! Alles Tackertik!

 

 Früher konnte man ja noch nicht tackern. Und das nur, weil es noch keine Tacker gab. Nicht mal Trucker, denn die hießen noch Lkw-Fahrer bzw. „W 50“-Lenker. Bei ´ner Panne konnte da nicht einfach mal der Reifen wieder dicht getackert werden. Nö! Man mußte flicken. Oft sah man die Kapitäne der Landstraße mit dem Stopfpilz an den Straßenrändern der mit hüfthohen (hüfttiefen?) Schlaglöchern (Da trafen sich zu DDR-Zeiten die Gewaltbereiten…) besäten Landstraßen der DDR hocken und stopfen. Zwei links, keine rechts. Von wegen DDR. Zwei links, zwei rechts wäre ja auch Stricken und nicht Stopfen.

 

 Da weiß er Bescheid, der Nadelarbeits-Einser! Und füttert seine Stopfgans!

 

 Nach der Zeit des mühseligen Stopfens erfand dann ja Frieda Hockauf, diese Valentina Tereschkowa des „besseren“ Deutschlands, das Klöppeln. Gemeinsam mit Adolf!!! Hennecke. Sie klöppelte, und er sorgte für Ruhe im Schacht. Was’n Land! Alle total durchgeknallt. Und ich war noch nicht einmal geboren!

 

 Erst in den Sechzigern nannte man mich mit den beiden in einem Atemzug: die großen Drei! Wenn sich W. zu uns stellte, hieß es: die großen Drei und der eine. Da hatte das Bübchen noch kein Diplom! Aber ´ne Lederhose! Ein sagenhaftes Teil. Mit Hirschhornknöpfen!!! Tierschützer versuchten damals schon Selbstmordattentate, um W. aus dem Weg zu räumen. Dank der schußsicheren Lederhose aber überlebte nur einer: Herr Rösler. Das Hirschhörnchen…

 

 Auch ich trug Lederhose. Aber nur kurz. Also zeitbezogen. Längenmäßig sowieso, denn wenn einer in ganz Deutschland mit Recht Bein zeigt, dann ich. Was heißt „Bein“? – BEINE!!! Und wenn ich singe, kann ich anderen sogar Beine machen! Liedermacher als Beinemacher. Mein Gott, bin ich vielseitig.

 

 Das sind ja übrigens auch die Gitarren von Waldemar und mir. Vielsaitig. Schon immer. Also sait langem. Langemach ich das aber nicht mehr mit. Ich möchte mich nämlich nur noch auf eine Sache konzentrieren: meine innere Uhr. Und die sagt mir derzeit, daß es mittlerweile eigentlich fast nie mehr Nacht wird. Zumal es heute schon tagsüber ziemlich dunkel draußen ist. Spinnt die Welt eigentlich?

 

 Nein, sie klöppelt. Und batikt. Und batakt, was mich wieder zur Uhr bringt. Uhrs umständlich, nicht wahr? Aber eben auch nicht wahr.

 

 Wahrum ich das alles heute hier schreibe? Weil – ist ein Musiker. Ein Weilchen – das war höchstwahrscheinlich der Kosename fürs Kind des Weils und der Weilerin. Sie wiederum maß, glaube ich, fast 1,90 Meter! Eine Langweilerein vor dem Herrn!!

 

 Langsam fühle ich mich doch umnachtet. Vielleicht schlafe ich einfach mal? Aber bitte nicht mit einer Langweilerin! Wer ist kurzweilig, nimmermüde und in keinster Weise Herrn R. ähnlich sowie willig, mit mir zu schlafen – der melde sich bei

  

Jürgen

 

 PS. Quatsch! DIE melde sich…

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