29.Mai 2007


Ganze acht Prozent – G 8

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 sicher fragt ihr euch tagtäglich das, was sich eigentlich jeder fragen sollte: Was hält denn unser aller Jürgen vom G-8-Gipfel?

 

 Und nachdem ich erst am Donnerstag in der hier allen ans Herz gelegten „extra 3“-Sendung (immer donnerstags 23 Uhr im NDR) das intellektuelle Elend der Gipfel-Gegner miterleben mußte (Die „Protestierer“ konnten gerade mal vier der acht G-Länder aufzählen, waren aber DAGEGEN…), kann ich nun hier mitteilen: Nüscht. Aber weil ich auch den Chef-Organisator der Protestler im Interview gehört habe, möchte ich mit denen ebenso nie gemeinsame Sache machen.

 

 Obwohl die Bezeichnung „G 8“, was ja „Gruppe der acht“ heißt, im soeben von mir ausgelesenem Buch „Die Entdeckung des Himmels“ von Harry Mulisch eine völlig neue Bedeutung erhält. Denn: Es geht um Prozente!

 

 Zitat, Seite 681: „Natürlich gibt es auch ein paar anständige Leute, (…) ich schätze sie auf acht Prozent der Menschheit. Aber weitere acht Prozent bestehen immer und überall aus dem schlimmsten Pack, das zu allem fähig ist. Wenn sie die Gelegenheit bekommen, rotten sie zuallererst die guten acht Prozent aus. Der Rest ist weder gut noch schlecht und hängt seine Fahne nach dem Wind.“ – Mein lieber Harry!

 

 Da liege ich ja mit Herrn Mulisch fast auf einer Linie, wenn ich in unseren Programmen ab und an frohgemut behaupte, daß 80 Prozent der Leute nicht wüßten, was mit ihnen geschähe. Und es nicht wissen wollen! Harry gibt den Leicht-Beeinflußbaren gar noch vier Prozentpunkte (Wahl-Abend-Deutsch) mehr.

 

 Doch darauf, also auf die Ahnungslosen, kommt es ja hier gar nicht an. Die acht (!) Prozent sind das Entscheidende. G 8! Aber hallo! Das schlimmste Pack! Oder nicht. – Das ist hier die Frage. Oder doch die anständigen Leute HINTERM Zaun und das Pack davor? – Immer abhängig vom jeweiligen Standpunkt, denn was für den einen hinterm, ist für den anderen ja vorm Zaun. – Ein Wirrwarr!

 

 Schön wäre es natürlich, wenn sich die Irren einfach neutralisieren würden, aber bei Mulisch rottet ja das Pack die Guten aus. Pack mer’s an! Nur: Who is who? Meine klare Antwort lautet wie immer: Huhu!

 

 Nö, ich finde es höchst bekloppt, daß sich Staatsmänner aufs Äußerste verbarrikadieren. Müssen? Und wenn wirklich „müssen“, haben sie ja wohl was falsch gemacht. Und genauso unsinnig finde ich es, gegen dieses Treffen mit Gewalt anzugehen. Und Gewalt wird es geben. Nicht zu knapp. Wetten? Verletzte Polizisten, verletzte Demonstranten. – Beides kein schöner Job!

 

 Ey, man kann auch VERBAL seine Meinung äußern, wenn man wogegen ist. Und wenn man weiß, daß es bei der friedlichen Demo, die man organisiert, hundertpro kracht, weil sich IMMER Idioten unters Demo-Volk mischen, warum läßt man denn dann den gewalttätigen Massenauflauf nicht?

 

 Man stelle sich vor: Die acht bösen Buben (Pardon, sieben und ein „es“…) tagen – und keiner guckt hin! Alle ignorieren die klitzekleinen Gernegroße und machen lieber im wahren Leben irgendwas Nützliches, Sinnvolles und Gutes, das den „Globalisierten“ nützt. ´ne Art Subotnik…

 

 Was kämen die sich hinter ihrem hirnrissigen Zaun bescheuert vor! – So aber hat für sie dieses Bauwerk sogar eine Berechtigung. Denn wer möchte schon, daß Bush hier in Deutschland eins über die Rübe kriegt?

 

 Ich sage mal fürs Wochenende kriegsartige Zustände voraus. Und gegen die war ich schon immer. Deswegen stürze ich mich ab morgen ins Kindertags-Gewusel, mache ein Programm nach dem anderen für die Knirpse und versuche so, sie nicht in die Arme des achtprozentigen Packs, aber auch nicht in die der 84prozentigen Dumpfbackenmasse fallen zu lassen.

 

 Kinder, ich treibe euch den G 8 in die Arme, den guten acht Prozent anständiger Menschen. Und vielleicht sind es nach dem Kindertag schon neun…

 

 Prozentuale Grüße vom Gipfelstürmer

 

Jürgen

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