19.Mai 2007


Nicht links, nicht rechts…

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

es fing alles vor ein paar Tagen damit an, daß ich irgendwo eine Empfehlung las, nach einer Trennung vom eben gerademal nicht mehr angesagten Lebensabschnittspartner (Bei mir waren das IMMER -innen…) keinesfalls das (hoffentlich) große Bett auszurangieren, von nun an aber in dessen MITTE zu nächtigen. Nicht wie sonst: der eine links, der andere (ich) rechts bzw. einmal im Monat 30 Sekunden übereinander.

 

 Mein Gott, dachte ich (Selbstgespräch…), da machst du ausnahmsweise mal intuitiv was richtig. Denn ich bin ein Mitte-Schläfer! Obwohl ich 1,80 mal zwei Meter Platz habe. – Ich penne immer genau im Zentrum. Vielleicht ist’s die Erinnerung an die erwähnten 30 Sekunden…?

 

 Man und vor allem Mann soll ja seine Mitte finden. Mit allen Mitteln. Auch Mittellose Mittelose sollten dies versuchen, denn Geld ist hier nicht so wichtig. Eher die Pschüsche…

 

 Falsch wäre es nun natürlich, sich gleich einen Mitshubishi zu kaufen und zu meinen, die Sache wäre geritzt. Mitnichten.

 

 Besser erscheint mir da schon, einen Ermittler einzuschalten, denn ein solcher müßte die Sache doch ins Lot bringen können.

 

 Herr Rösler und ich versuchen beispielsweise, uns auf den Bühnen dieser Welt (auf allen beiden!!) immer mittig zu plazieren. Wobei ich ihm manchmal scherzhaft zuraune: „Mit dich wollte ich heute eigentlich nicht musizieren…“ Er verkraftet das und weist meist darauf hin, daß wir wohl beide in der Mitte der Bühne säßen, jeder für sich aber mehr links bzw. rechts.

Entmittet, sozusagen.

 

 Meinen Vorschlag, uns doch beide genau im Bühnenzentrum, ich vor ihm und er hinter mir, zum musikalisch' Geld-Erwerb zu präsentieren, parierte er mit einem Super-Gag: „Da mach’ ich nicht MIT!“

 

 Noch komplizierter ging es da wohl nur im Leben des bereits dahingeschiedenen vorvorigen Präsidenten Frankreichs zu: Francois Mitterand. Mitte-Rand. Verwirrend! Das konnte nur dazu führen, daß der Typ irgendwann völlig die Contenance verlor und anfing, mit Helmut Kohl Händchen zu halten.

 Oft wird man auch von einem Personenkreis wie folgt angemacht: „Komm in unsere Mitte!“ Na danke! Das ist erstens moralisch wohl nicht ganz einwandfrei, zweitens rein grammatikalisch eine Katastrophe. Korrekt muß es ja wohl immer noch lauten: Komm in unserer Mitte! – Ich aber kenne Frau Mitte gar nicht! Das Luder!!

 

 Obwohl wir alle schon viel von ihr gelesen haben, denn sie bietet sich täglich in einschlägigen Blättern an: „Frau Mitte 30 sucht…“ - Und ein paar Zeilen weiter, huch: „Frau Mitte 20 sucht…“ – Nein, kein Umblättern nötig, denn noch auf der gleichen Seite inseriert das durchgeknallte Hormon-Bömbchen: „Frau Mitte 40…“

 

 Dabei ist die Alte verheiratet, denn im gleichen Blatte – und das ist ja wohl die Krönung der Blödheit – inseriert ihr geistig verwirrter Mann: „Mann Mitte 40…“

 

 Aua!

 

 Früher wäre das undenkbar gewesen. Ich kann das beeiden, denn ich beschäftige mich gern mit ihr: der Mittelogie.

 

 Meistens denke ich im Bett darüber nach. Mittig plaziert. Sollte ich, was ja auch vorkommt, mal rechts liegen, komme ich nicht zum Nachdenken, denn dann liegt ja links jemand. MIT nichts an. Frau Mitte. Letztens gar Frau Anfang! Und vorigen Monat, haltet euch fest: Frau Ende. Genau!

 

 All das behaltet ihr aber, Pssssssst!, schön für euch, denn ihr seid jetzt die Mitwisser von

  

Jürgen

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