11.April 2007


Nieder mit Seite 53!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 es ist unglaublich! Wer, glaubt ihr wohl, erschien mir diese Nacht um 0.30 Uhr? Richtig: er! Waldemar!!!

 

 Nein, nicht persönlich, das wäre ja noch schöner, aber, was vielleicht umso infamer ist: Er hat sich in mein Buch geschmuggelt. In mein bis dahin sehr, sehr spannendes und lesenswertes Buch. „In Liebe, Agnes“ von Hakan Nesser. Von Seite zu Seite wird dieser Krimi spannender, doch wie er ausgeht, werde ich wohl nie erfahren, denn: Ich habe ihn sofort verbrannt!!

 

 Wo gibt es denn sowas: Mit nicht einer einzigen Silbe erwähnt dieser Roman den Namen Jürgen, um dann auf Seite 53 brutalstmöglich zuzuschlagen: „Aber im Herbst werden wir alle drei auf das Weiversgymnasium in der Waldemarstraße gehen.“ – Schluß. Aus. Sense.

 

 Von da an konnte ich natürlich nicht weiterlesen. Und selbst in dem Moment, da ich die Asche-Reste des Buches mit nackten Füßen zerstampfte, quälte mich nur ein Gedanke: Wie hat Herr Rösler das hinbekommen? Soooo berühmt ist er ja nun auch wieder nicht.

 

 Nun werdet ihr alle, mich trösten wollend, einwerfen: „Aber, geliebter, verehrter und durchaus vergötterter Verfasser dieser uns fast tagtäglich erfreuenden und nicht mehr aus unserem Leben wegzudenkenden Zeilen, es gibt doch in Köthen einen Jürgenweg.“ – Doch das lindert den Schmerz in mir mitnichten, sondern läßt die Flamme der Schmach nur noch heller lodern: Ein Weg ist keine Straße!

 

 Jürgen-Allee. Jürgen-Chaussee. Das wäre das Mindeste. Eigentlich geht nur: Jürgen-Autobahn.

 

 Aber nein: Waldemarstraße. In einem Werk der Weltliteratur! Sofort habe ich geforscht, um mir Verhaltensregeln zurechtzulegen, falls Herr R. es nochmal wagt, mir unter die Augen zu treten. Und was ergab meine Recherche: Waldemar plant die Übernahme der Weltmacht! Anders kann ich es mir nicht erklären, daß es bereits in der deutschen Hauptstadt eine Waldemarstraße gibt. Und in der sächsischen, nämlich in Dresden. Waldemarstraßen, wohin man blickt.

 

 Wie heißt die Hauptstadt von Thüringen? Richtig: Erfurt. Was hat Erfurt? Und nun benötigt selbst der größte Depp unter all den Deppen dieses Landes keinen Publikums-Joker mehr: eine Waldemarstraße. Rostock? Aber sicher! Und das ist nicht mal ´ne Hauptstadt. Jetzt schleicht er sich schon in Provinznester ein, um sich populär zu machen. Wohlwissend, daß wir Ende August in Rostock spielen und somit begeisterter „Waldemar! Waldemar!“-Rufe harrend.

 

 Was aber soll das, was jetzt kommt? Spielen wir etwa bald in England? Wahrscheinlich. Und ich weiß noch nicht mal was davon. Denn mir hat bis heute keiner gesagt, daß London nicht nur über eine (meiner Meinung nach durchaus überflüssige) Waldemar Road, sondern sogar noch über eine Waldemar Avenue verfügt. Waldemar Road – da seh’ ich rot! Aber sowas von…

 

 Nie, nie und nochmals nie kriegt mich jemand nach Dublin! Was soll ich in einem Ort, in dem es die Waldemar Terrace gibt? Auch Wien hat bei mir verschissen, und zwar ob des dortigen Waldemarweges.

 

 Bald wird keine Sau mehr wissen, wer der andere, verdammt gutaussehende sowie durch und durch bescheidene, ja beinahe scheue Mensch im Duo „Die MelanKomiker“ ist. Ich werde ihm anheim fallen: dem Vergessen. Fall!

 

 Doch (Und ich weiß, daß ihr alle das von mir erwartet.) ich gebe nicht auf. Heute morgen schon habe ich all mein Geld zusammengerafft und eine Offensive gestartet, die in dieser Welt ihresgleichen sucht. Erste Erfolge kann ich schon vermelden: Die überaus bekannte Metropole, die auch als Zentrum des Menschheitswissens gepriesene Groß-, ja Weltstadt namens Elmshorn hat sie schon: die Jürgenstraße! Ein Anfang ist gemacht.

 

 Als nächstes kommt New York! Unter dem mache ich es nicht!

 

 Und mit Straßen gebe ich mich schon gar nicht zufrieden. Ich möchte Plätze (Ein dickes Dankeschön hiermit nach Düsseldorf!), Parks (Köthen, diese Vorreiterstadt der Moderne, begnügt sich ehrenhafterweise nicht nur mit dem oben bescheiden erwähnten Jürgenweg, nein, die unumstritten schönste Stadt des ganzen Planeten beweist auch durch einen dort beheimateten „Jürgenpark“ Geschmack und Größe), ja ganze Städte, die sich mit meinem Namen schmücken!

 

 Und mit DEM hier mache ich Waldemar sowas von alle, aller geht’s nicht: www.st-juergen-rendsburg.de

 

 Besucht mich dort, schreitet mit mir durch das nach mir benamste Portal und betet in der einzigen Kirchgemeinde der Welt, die den richtigen Namen trägt, mit und zu

 

Jürgen

 

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