10.April 2007


Sächsische Murmel-Tiere

  

Geliebte Lesende. geliebter Lesender,

 was soll man dazu sagen: Der Murmel-Weltmeister kommt aus Sachsen.

 

  Das macht euch wie mich zurecht sprachlos. War aber meiner Heimatzeitung heute eine Meldung auf Seite 1 wert.  

 Aber nicht nur DER Murmel-Weltmeister sächselt, sondern DIE! Nö, keine Frau. Die Weiber haben doch mit Boxen, Fußball, also mit für sie besser passenden Körper-Ertüchtigungs-Übungen genug zu tun. Murmeln ist was für Männer. Und wie murmeln die Kerle: im Team!

 Und die beiden weltbesten Murmel-Teams kommen aus Sachsen. Wahre Murmel-Tiere! Wahrscheinlich läßt sich deren Stammbaum zurückverfolgen bis nach Murmansk. 

 Im Erzgebirge sind die Meister-Kullerer beheimatet. Aber die kullerten nicht nur, nein, sie schnippten auch – lehrte mich der Zeitungsartikel. Schnippisch sein – vorsicht, Mädels, die Kerle holen auf.

 Wir alle kennen Murmel aus dem Eis. Den Kindern konnte leider damals noch kein „M“ zugemutet werden, denn den Begriff „M-ance“ gab es noch nicht.  Zu dieser Zeit hat noch keiner an ´ne Weltmeisterschaft gedacht. Zumal, wenn Sachsen, also Ostdeutsche bzw. damals sogar DDRler, Medaillen-Chancen gehabt hätten, war natürlich keine Sau in der Internationalen Murmler-Association daran interessiert, die Sache zu forcieren. 

 

 Wäre die Murmlerei gar olympisch, hätten wir im Osten mit Sicherheit bereits Spezial-Doping für Murmler entwickelt. Und wenn ich mir so betrachte, wie der DDR-Sport rückblickend dargestellt wird – das können nur Zäpfchen gewesen sein. Was heißt Zäpfchen? Zapfen!! Die Gesundheit der jungen Murmler wäre der Ewald-Bande doch völlig schnuppe gewesen. „Auf dem Schlachtfeld der Ehre gab er seinen letzten Murmler von sich!“ hätte der zynische Nachruf wohl gelautet… Und dann hätte man das Menschen-Opfer unter höhnischem Lachen ins Grab kullern lassen.

 Nur gut, daß dieser Kelch an den Mädels und Jungen der Sowjetzone (mit scharfem „s“) nochmal vorüberging. Im Westen dagegen, wo ja immer ehrlich und redlich (höchstens mal ´ne Tasse „Valensina“ zusätzlich…) gemurmelt wurde, hätte diese Sportart durchaus in voller Blüte stehen können. Leider waren die dortigen Probanten zu doof bzw. schoben lieber eine ruhige Kugel. 

 

 Und nun machen sie Kulleraugen, die Vertreter aller Länder, daß wir Sachsen, genauer gesagt die Schnipp-Heroen aus dem Erzgebirge, auch ohne Doping Weltmeister geworden sind. Und Zweiter dazu! Obwohl hinterher in die Doping-Prüf-Flasche gepullert werden mußte und die Verkostung in keinerlei Geschmacks-Nuance auf verbotene Substanzen hindeutete.

 Irgendwie entlastet das auch Jan Ullrich. Und Axel Schulz. Also beide. Von ihrer Demenz. 

 

 Ich aber murmle nun auch. Und zwar in meinen Bart: „Weltmeister im Murmeln – diese Sachsen sind Teufelskerle! Aber halt zu nix wirklich Nützlichem zu gebrauchen!“

 Das trifft vor allem auf einen zu: Auf 

 

Jürgen

 

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