26.Mrz 2007


Verzettelt

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 es ist erhebend, wenn man von Frauen einen Zettel zugesteckt bekommt, auf dem zu lesen ist „Ey, Jürgen, ich finde dich ganz toll und möchte dich gern wiedersehen!“. – Schon schön.

 

 Nun gut, das ist mir lange, lange nicht passiert. Eigentlich seit der Zeit nicht mehr, als ich aufhörte, diese kleinen Papierbotschaften als Vordruck zu produzieren. Fand ich damals ´ne klasse Idee: Kaum gefiel mir im Restaurant eine Kellnerin (Nie ein Kellner!!!), lies ich das bereits beschriftete Zettel-Machwerk beim Zahlen auffällig aus meiner Tasche fallen. Schwupps! bückte sich das Objekt der Begierde, und steckte mir verstohlenen Blickes die schriftlich formulierte Anhimmlung zu. – Nun konnte sie nicht mehr zurück!!!

 

 Was habe ich auf diese Tour Frauen kennengelernt und dann in übelster Art und Weise benutzt! Laß es zwei oder drei gewesen sein. Oder gar noch … weniger. Dabei bin ich durchaus benutzerfreundlich, was ja auch so’n tolles Wort der Neuzeit ist. Ich denke da vor allem an die Benutzer-Oberfläche. – Ein irres Design. Zum Reinbeißen! Finde zumindest ich.

 

 Doch mein Geschmack ist ja a) ein schräger bis schlimmer und b) nicht relevant. Der der Frauen wiederum ist mir schier unergründlich.

 

 Mal ehrlich, Mädels, was ihr so an Kerlen mit euch durchs Leben schleppt – sowas wäre nicht mal ansatzweise auf meine geniale Zettel-Idee gekommen! Und wie sich das benimmt! Und wie sich das anzieht (Bzw., wie ihr das anzieht…)! Und wie sich das artikuliert! Und, um wirklich auch nichts zu vergessen: Wie das riecht! – Da sieht man, daß Frauen das stärkere Geschlecht sind, denn ich als Mann könnte nie mit einem Mann zusammenleben. Und mit solch einem, wie ihn ihr euch aus dem Füllhorn der angebotenen Nieten rausgesucht habt, schon gar nicht.

 

 „So isser halt!“ ist übrigens eine vielgebrauchte Entschuldigung fürs makelbehaftete männliche Pendant jedweder Weiblichkeit. Die wiederum trifft sich dann in Frauengruppen, um über den ihnen jeweils Zugelosten zu lästern. Jede über ihren! Das verbindet.

 

 Die Kerle ihrerseits hüten in dieser Zeit daheim die Kinder. Oder verhüten. Bei der Geliebten. Jene wiederum muß dann dermaßen strunzdoof sein, daß es bereits über die Maßen quietscht! Denn mit ´nem Deppen rummachen – ok., aber mit ´nem verheirateten Deppen… Nichts ist allerdings gegen die verheirateten Intelligenten einzuwenden. Oder gar die intelligenten Geschiedenen!

 

 Ich aber möchte, wie immer, die Welt, die Menschheit, die Natur (ok., die weniger) und vor allem mich retten. Deshalb nutze ich die nächsten ins Haus stehenden Frühlingstage und stelle mich sowohl in den Park als auch zur Verfügung! Zettel habe ich dabei! Und ´nen Kamm auch! – Denn ich weiß wohl: Frauen haben Haare auf den Zähnen!

 

 Also, Mädels aus Orléans sowie die gebrauchten, nutzt eure Chance. Lange währet sie nicht mehr, denn bereits ab Freitag widmen sich Herr R. und ich wieder dem musikalischen Gelderwerb – und Stars sind für euch unerreichbar. Da macht W. ganz kategorisch keinerlei Ausnahme. Er nennt sich „Der Unantastbare“.

 

 Ich dagegen bin nicht so rigoros, aber das interessiert eben keine Sau.

 

 Vielleicht sollte ich es doch nochmal mit den kleinen papierenen Vordrucken versuchen? – „Nimm mich, ich bin anders!“

 

 Wenn ich Pech habe, halten mich dann aber alle für Christian, den ich übrigens auch in diesem Jahr wieder auf der Leipziger Buchmesse herum-irrlichtern sah, und verfrachten mich in die Klapse. Da aber draußen dermaßen viele Irre rumlaufen, kann es dort ja ganz gesittet zugehen.

 

Verzettelte Grüße von

 

Jürgen

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