7.Mrz 2007


BSE-Ingenieure

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

  

 da wollen zwei seltsame Typen originell sein und benamsen ihre Gesellschaft bürgerlichen Rechts „Die MelanKomiker“. Naja. Und was kommt dabei raus: Fast 80 Prozent der deutschsprachigen Weib- und Männlein sprechen, wenn auch hochachtungsvoll, von den „Melancholikern“, wenn sie uns meinen. Und rund 90 Prozent der Veranstalter kündigen uns lauthals und vehement wie folgt an: „Und nun für Sie: Die Melancholiker!“

 

 Da wäre eine sofortige Kolik der Protagonisten natürlich durchaus angebracht. – Doch wir beide, und ich denke da vor allem an Waldemar und mich, sind tolerant. Bis zur Schmerz-, um nicht zu sagen: Kolik-Grenze. Denn: Wir haben uns das ja selbst zuzuschreiben. Wären wir Herrn Röslers Eingebung gefolgt, hießen wir jetzt „Die zwei lustigen Drei“. – Und das Chaos wäre nicht geringer…

 

 Was aber, und nur dieser Frage wegen melde ich mich heute überhaupt zu Wort, veranlaßt eine stinknormale Firma, sich in der heutigen Zeit „bse“ zu nennen? Denn eben jenes „bse“ darf ich immer auf der Ruhebank des Tennisplatzes, auf dem ich wöchentlich einmal gedemütigt werde, lesen. Werbung halt.

 

 Werbung für die „bse engeneering Leipzig GmbH“, eine Firma, die sich, scheint’s, nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung entscheiden kann. Aber für „bse“. Weiter so.

 

 Und dann wird auch gleich noch auf der Homepage www.bse-engineering.de provokativ gefragt: Wie finden Sie uns?“ – Da kann ich nur sagen: Ich kenne euch doch gar nicht! Und das wird auch so bleiben. Zumal ich Rechtschreib- bzw. Grammatik-Fehler, wenn auch nur wenige, in einer Internetpräsentation nicht leiden kann.

 

 Außerdem habe ich zu tun. Demnächst eröffne ich einen Schönheitssalon, für den mir der Name „Akne“ vorschwebt. Dann beginnt die Planung fürs Coiffeur-Fachgeschäft „Zum Laus-Bub“. Im nächsten Monat gehe ich dann mit meinem Uhren-Laden „Fünf nach“ an den Start, gleich neben meinem Blumenverkaufsstand „Zur welken Nelke“. Und abends harre ich meiner hungrigen Gäste im Feinschmeckerlokal „Zum Kotzen“.

 

 Nun gut, ich rege mich ja schon wieder ab. Vielleicht hat es auch nur mit meinem jahrzehntelang immer nur in Niederlagen mündenden Tennis-Spiel zu tun, daß mich dieser Firmenname irgendwie irritierte. Andererseits haben der Xaver und der Christian ja erreicht, was sie mit ihrer Werbung und dem „bse“-Namen wollten: Aufmerksamkeit. In diesem Sinnen: Chapeau! Und: Vergebung!

 

 Wie aber sollten denn nur wir, die ehemaligen „MelanKomiker“, uns nun nennen? Los, macht Vorschläge! Ab damit ins Gästebuch!

 

 Ich wäre ja für eine Variante der Kleinkunstbühne „Zum Kuckuck“ in Forst, wo wir immer sehr, sehr gern sowie bereits wieder am 5.April spielen, denn dort hat man die Größe, uns so anzukündigen: Jürgen Denkewitz und sein Waldemar.

 

 Waldi – mein Leib-Eigener! Mein Sklave. Mir hörig! Ich sado, er maso. Aber sowas von maso… Maso gesehen ist das vielleicht schon wieder ein bißchen zuviel. Aber die Geste zählt, zum Kuckuck nochema.

 

 „Ensemble für Leibesertüchtigung (Tanz) und Audio-Schmaus (Musik)“ – das ist ein Vorschlag von mir, der aber noch nicht bei Herrn Rösler angekommen ist, denn jener hat kein DSL. Und da dauert die Übermittlung eines solch langen Namens…

 

 Ganz Laue hat übrigens kein DSL. Wieso zieht „mein“ Waldemar dahin? Und vor allem: Wie konnte ich ihm das durchgehen lassen?

 

 Das werde ich ihn morgen, wenn er mir, wie von mir gefordert, wieder mit einem Veitstanz zum Frauentag gratuliert, mal fragen. Mitten in die wilden Pirouetten hinein. Während er durchdreht. Und dann biete ich ihn und sein Ingenieurs-Wissen feil. Und zwar der Firma „bse“.

 

Euer dem Waldemar sein

 

Jürgen

Copyright © 2005-2006 Design by ITS-NETWORK.NET
Sie sind Besucher Nummer: 165009
JW-admin | News-admin