1.Mrz 2007


Penn-Panne 

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 ich habe einen Fehler gemacht!!!! Abbitte!!!!!

 

 Und das kam so: Mitten in der Nacht, laß es so gegen 8 Uhr gewesen sein, klingelte es heute früh an meiner Wohnungstür. Und ihr wißt ja: Wenn ich was gut kann, dann Ignorieren. Und so ignorierte ich denn. Minutenlang!!! Obwohl es nicht mehr nur klingelte. Nein, es schellte regelrecht. Ach was: Es scholl! Es schallalerte!!!

 

 Und ich Depp blieb liegen, obwohl ich, im eigenen Interesse, hätte die Tür öffnen, ja aufreißen müssen. Sperrangelweit, wie der Germanist zu sagen pflegt.

 

 Dann, ich vermeinte ein letztes verzweifeltes „Schade, dann nicht…“ an meinen in den Kissen vergrabenen Ohrmuscheln vorbeihuschen zu erahnen, war’s still. Die Ruhe nach dem Sturm (-klingeln). Und ich unsagbar der Kurz-Demenz anheim Gefallener schlummerte noch das eine oder andere Stündchen.

 

 Dann aber trieb es mich hinaus, dem Leben (der anderen) in die Arme. Doch diese hingen schlaff herab. Enttäuscht! Arme, die so hingen, wie Frau Merkel guckt! Und da wurde sie mir offenbar – meine Schuld!

 

 Denn WEN hatte ich nicht eingelassen? WER war es, der so ungestüm auf sein Hier- und Da-Sein drängte? WESSEN war ich nun, leider, nicht allgegenwärtig? Ihr ahnt es, wenn ihr aufs Grau-in-Grau, das uns heute umgibt, hinausschaut, auf die welke Mutti, die ansonsten unter dem Decknamen „Mutter Natur“ Wunder zu vollbringen imstande ist: der meteorologische Frühling.

 

 Kein anderer hätte so schalmeienhaft schellen können! Er muß es gewesen sein, denn nur mir als einem seiner ergebensten Jünger hätte es zugestanden, ihm die Pforte zu entbarrikadieren und ihm mit den Worten „Tritt ein und verweile auf ewig!“ seine Daseinsberechtigung in unser aller Leben auf Immerdar zu Füßen zu legen.

 

 Ich aber lag. Auf der faulen, gottseidank aber noch nicht fauligen Haut. Das haut mich um! Und nieder!

 

 Denn schon heute hätten wir alle seiner habhaftig sein können, des Lenzes. Der nicht nur Gefühle, sondern auch Knospen sprießen ließe und uns unterm sonnig-blauem Firmament zu solch Wortskaskaden wie „Einen Latte macciato, bitte!“ in dichtbesetzten re ich euch lauthals raunen und dabei das Augenbrfont face=margin: 0cm 0cm 0ptFreisitzen ach-so-putziger Cafés animieren würde.

 

 Schmale, schütter behaarte und, ob der zwar nicht über uns hereingebrochenen Winter-Kälte, der darob aber nicht weniger schummrig ausgefallenen –Düsternis, blaß bis blässer schimmernde Männerbrüste könnten unterm geschmackvollen Goldkettchen jetzt schon wieder nach Strahlen des den Himmel zierenden als auch visuell bereichernden Sonnenballs heischen.

 

 Mädchen, Frauen und all dies Gesumse wären schon heute in der Lage gewesen, direkt von der Sonnenbank hinunter ins Freie gerollt zu werden, um dort den Bratvorgang fortzusetzen.

 

 Wäre, hätte, könnte – Konjunktive des Grauens! Des Himmelsgraus! Für das nur einer verantwortlich zeichnet: Schläfer Jürgen. Ohne Al Kaida.

 

 Gewiß, es hülft in keinster Weise, daß ich mir hier Asche übers Haupt kartusche. Zumal diese sofort in die Augen rutscht und nicht, wie bei vielen von euch, durch Ponys, die jedem Coiffeur seine Daseinsberechtigung mit einem lauthalsen „Yeah!“ unterstreichen lassen, noch überm Augenbräuchen gebremst wird. Und Asche im Auge – das brennt! Obwohl’s Asche ist, also auses Feuer! – Wieder mal ein Wunder!!! Brennende Asche… - Übrigens auch ein schöner Titel für einen Pilcher-Roman.

 

 Aber wenn’s Be-Aschen schon nicht helfen tun tut, dann gebe ich es euch heute. Und zwar mein Versprechen: Ich stehe ab jetzt bereit und bereite mich gleichzeitig vor! Und zwar auf den Termin aller Termine. Sozusagen als Terminator.

 

 Denn, wie immer im Leben (oder auch nicht), gibt es eine zweite Chance: Am 21.März, genau um 1.07 Uhr, werde ich vor meiner Pforte knien. Also inwendig. Um sie dann, beim leisesten Schellen, aufzureißen und ihn einzulassen! Ihn, den Holden, den Unvergleichlichen, den Inniggeliebten, den Sagen-Umwobenen, den – nein, rufet nun bitte nicht meinen Namen – wahren, den kalendarischen Frühling. Den Jahreszeiten-Prinzen!!!

 

 Das sei hiermit, während draußen grauer Hagel Trommelwirbel aufs Fenster rhythmisiert, versprochen und geschworen. Und seid gewiß: Diesmal werde ich nicht verschlafen! Großes Pionier-Ehrenwort!!!

 

 Denn um 1.07 Uhr liege ich ja nie und nimmer schon im Bett. Da müßte ich ja mein Leben völlig umkrempeln. Und ich bin ein totaler Krempel-Versager. Wenn ich was nicht kann, dann Krempeln. Keiner krempelt schlechter als ich!

 

 Deshalb lasset uns die kommenden drei Wochen harren. Harren aufs frühling’sche Pforten-Öffnen des Lenz-Einlassers

 

Jürgen

 

PS. Nennt man männliche Frühchen eigentlich Früh-ling? Und weibliche Früh-chtchen?

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