18.Februar 2007


Sauerei!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 da fängt man doch an, an Wunder zu glauben: Freitagabend, bevor wir in der Kulturmühle gastspielten, kredenzten uns die Wirtsleute die von Herrn Rösler und mit dort bevorzugte Rindsroulade mit Klößen – und wir (vor allem W.) schmatzten lauthals drauflos. Erstens: Hmmm! Und zweitens: Lecker!

 

 Heute aber, nicht mal zwei Tage nach dem kulinarischen  Event – und nun das Wunder – fängt es an: Das „Jahr des Schweins“!

 

 Unfaßbar, oder?

 

 Ich dachte vorhin sogar, es stürme schon wieder! War aber nur mein Kopf, der ob seines minutenlangen ungläubigen Schüttelns dermaßen Wind erzeugte, daß jedes Windrad blaß geworden wäre, ja gekränkt seine Flügel hätte hängen lassen.

 

 Beinahe hätten wir ein heiliges Tier verzehrt, denn auch Schnitzel waren auf der reichhaltigen Mühlen-Karte offeriert... Ui, ui, ui. Ging gerade nochmal gut. Lieber BSE, als sich mit den Chinesen anlegen, denn deren „Jahr des Schweins“ ist es ja. War aber auch irgendwie klar, daß das kommen mußte: allein schon diese kleinen schweinernen verschmitzten Äugelein.

 

 Wir alle können also heute in einem Jahr (und viele von uns erstmals) behaupten: Schwein gehabt!

 

 Die meisten werden dies allerdings mißverstehen, und ihr Leben auch bis zum 18.Februar 2008 wie immer verbringen: als Schwein. Nö, nicht mal als Ferkel, was ja was Liebenswertes hätte. Ich meine durchaus: als Schwein.

 

 Denn, mal ehrlich, viele unserer Mitmenschen haben nicht nur etwas Wellfleischhaftes an sich, sondern sie sondern auch verbale Äußerungen nur als Grunzen ab. Und stecken ihre Steckdosen-Nasen über all rein.

 

 Wie und was sie fressen: Na hallo, da quieken die „Mc Donald’s“-Aktionäre vor Vergnügen. Saufraß!

 

 Selbst ich habe manchmal Eisbeine!!

 

 Andere haben Koteletten!!

 

 In Sachsen wird es ab heute in einem Jahr bei vielen heißen: „Schwein diesem Jahr keine Träne nach!“ Und manche des Dialekts nicht Habhafte werden vor Lachen wiehern, wie sie immer blöde wiehern, wenn sie auch nur einen Hauch des sächsischen Idioms erhaschen.

 

 Dieses Wiehern bedeutet dann aber, daß wahrscheinlich als Nächstes das Jahr des Pferdes via China bei uns einreitet. Unsereiner haut sich deshalb in den kommenden Monaten mit den entsprechenden Buletten nochmal die Hucke voll.

 

 Zumal dann ein Mann namens „Rösler“ wohl endgültig dem Größenwahn verfallen und mehr Soli in unserem Programm einfordern wird. Rossige Zeiten kommen auf mich zu.

 

 Was kann man dann überhaupt noch ohne schlechtes Gewissen essen? Bislang war ich immer froh, wenn man mich aufforderte, mir doch mal ´ne Scheibe von Waldemar abzuschneiden. Und ich tat es gern. Denn ich habe da so’n altes rostiges und schön stumpfes Messer… Macht tolle Narben!

 

 W. wächst ja immer wieder nach. Das Schwein! Oh!! Das ist ja in diesem Jahr  das größte aller Komplimente. Damit macht man ab heute keinen mehr zur Sau! Selbst Beschimpfungen gehen so die Bache runter.

 

 Dann eber nicht.

 

 Und ob unserer Liebesbezeugungen fürs geheiligte Vieh werden wir ab heute alle zu Fußballern und frönen dem an sich leicht anrüchigem Hobby: Schweinsteiger.

 

 Um all das zu ertragen, betrinke ich mich nun ein Jahr lang täglich. Geld dafür habe ich reichlich, denn noch kurz vor Mitternacht meuchelte ich es: mein Sparschwein.

 

Total versaut grüßt

 

Jürgen

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