14.Februar 2007


Es sui-zieht

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 da ist er wieder, der Festtag für die Blumenindustrie. Und für Karl. Sowie natürlich für Tereschkowas Valentina, die All-Mächtige, mit der der Russe als solcher, welcher damals noch Sowjet-Mensch hieß, ja das tat, was heute viele gern mit der von ihnen mit Blumen Zwangs-Beglückten machen würden: einfach in die Wolken schießen. Feuer frei!

 

 Das aber kann und darf nicht nur keine Lösung für Valentin und all seine Geschlechts-Genossen sein. Nein: Es IST keine Lösung! Denn zumindest wir Ost-Männer wissen: Valentina kam zurück! Aus dem All! Sozusagen vom Himmel! Und dann auch noch, um das Elend komplett zu machen - unversehrt. Weiche, um nicht zu sagen sanfte Landung. Hätte auch ein mortaler „Rrrrrrrrrrummmms!“ sein können. Aber nö: gaaaanz sacht aufgesetzt.

 

 Und sich dann feiern lassen – als DIE Valentina. Die erste Frau im All. Die Dame hätte nahezu unsterblichen Ruhm geerntet, wäre sie als erste Frau im All GEBLIEBEN. Gagarins Juri hatte sooo gehofft. Und unsereins hätte wieder an den All-Mächtigen geglaubt. Was heißt „wieder“? Erstmals. Und sicher nur gaaaanz kurz.

 

 Denn allein ein Blick ins pralle Februar-Leben 2007 zeigt: DAS kann kein Gott gewollt haben!

 

 Narren und Närrinnen, die sich schamlos selbst als solche bezeichnen. Menschen, die ernsthaft darüber diskutieren, ob Sabine Christiansen ab Herbst Anne Will heißen soll. Wahnsinnige, die auf SCHNEE hoffen und gar die von mir initiierte Erd-Erwärmung verdammen. Irre, die auf Geheiß irgendwelcher Werbefuzzis genau an dem Tag Blumen kaufen, auf den sie von diesen fixiert wurden. Und die die teuren Zierpflanzen dann auch noch VERSCHENKEN!!! Hunger im bald atomwaffenfreien Nord-Korea, aber Tunnel-Bohrungen unter Leipzig! Eine Staatsgewalt, die potentielle Polizisten-Totschläger mit „Du, du!“ ermahnt  - und wieder nach Hause schickt. Aus Sportsgeist! Geisterfahrer auf der Autobahn – sozusagen als bewegliches Karnevalskostüm. Faschings-„Humor“ im MDR-Fernsehen!

 

 Alle wissen, daß Letzteres das wohl Schlimmste und Geschmackloseste in der Aufzählung der tagtäglichen Suizid-Gründe darstellt.

 

 Ich jedenfalls wäre heute dazu in der Stimmung. Täte es auch. Aber, wie’s der Teufel will, gerade heute hätten all die Hunderttausenden, die dann in zutiefst berechtigte Trauer verfielen, keine Gelegenheit, mir mit Blumenspenden die letzte Ehre zu erweisen. – Ausverkauft, der bunte Zierrat. Verduftet! Leergefegte Floristik-Fachgeschäfte. – Gummibäume wären noch da…

 

 Das wiederum möchte ich dann nicht: zu Kränzen gewundene Gummibäume. Nö. Ich wünsch mir Nelken aufs Grab. Weil ich die so häßlich finde. Dann bereue ich wenigstens nicht…

 

 Doch keine Angst, liebe Valentinas und Valentinos, ich suizidiere ja nicht. Nie. Ich lebe doch viel zu gern. Warum auch immer.

 

 Oh, es läutet! Fleurop!!! Ein Blumengruß! Ein Sträußchen! Ein Strauß!! Fast schon ´n Emu!!! Für mich! Nur für mich!!!

 

 Toll: Nelken.

 

 Und ´ne Karte dran: „Hör’ auf zu labern. Dein Waldemar“

 

Woher hat der nur meine Adresse, fragt sich der sofort Glühwein ansetzende

 

Jürgen

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