3.Februar 2007


Re-inkarniert, aber bescheiden geblieben

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 er ist eingetroffen, der „worst case“ (wie der Italiener sagt…): Ich lebe noch!

 Kann auch sein, ich bin bereits re-inkarniert. Das wäre dann aber der wörstete Käse überhaupt, denn wer hat schon dieses überdimensionierte Pech, als er selbst re-inkarniert zu werden? – Doch ich sollte nicht schelten, denn zumindest bin ich nicht als Herr R. auf dieses Gestirn zurückgekehrt. 

 Außerdem: Zweimal einen solchen Waldemar hält selbst ein derartig strammer Planet wie Mutti Erde (Hallo Feministinnen: Warum regt ihr, die ihr überall und immer auf einem meist sinnlosen „innen“ als Wortanhängsel bei normalen Begriffen besteht, euch hier nicht auf, so aus Gleichberechtigungs-Gründen? Was spricht gegen „Vati Erde“? Rund ist er doch schon, unser Planet. Und blau auch!!) nicht aus, denn, o Schreck, auch Herr R. hat den gestrigen Viren-Anschlag überlebt. – Obwohl ich ihn zum Abschied nach unserer Probe soooo innig umarmt habe. Auf niemanden ist mehr Verlaß! Nicht mal auf die Viren.

 Dabei wäre es für mich so einfach gewesen, der Welt ein immerwährendes „Au revoir!“ zuzurufen. 

 Was hätte mich die Leipziger Premiere unseres „Alabaster-Körper“-Programms am kommenden Freitag (für Leipzig wird’s hoffentlich ein Freutag…) noch geschert?

 Was wären mir die Ranglisten-Spiele im 1.SRC Leipzig, meinem Squash-Club, endlich egal gewesen. – Obwohl dort manchmal schon das Gerücht kursiert, ich spiele wie ein Toter. Nein, nicht, was ihr denkt, sondern: eiskalt!

 Wie schnurz und vor allem piepe wäre mir die Qualität des CD-Mitschnitts, den wir am Freitag gleich mitproduzieren möchten… Ach, was sag’ ich: Noch schnürzer! Noch pieperer!!

 Andererseits: Bei einer posthum veröffentlichten CD könnte einiges an Knet/p size=e rausspringen. In der Gothic-Szene wird’s vielleicht ein Renner. Eine Hit-CD!!! 

 Das aber würde bedeuten, daß unvorstellbarer Reichtum über Herrn R. schwappen und ihn unter sich begraben würde. Und wie ich W. kenne, würde er dieses Schwappen und Begraben generös über-, und von da an in Saus und vor allem in Braus leben. Ja, hoch die Tassen, Waldemar! Aber vergessen, mich regelmäßig zu gießen…

 Was hätte allein die Frauenwelt für ein erleichtertes Seufzen erfaßt, denn nun wäre es nicht mehr nötig gewesen: dieses Gieren nach dem einen der einen, dieses sich Brüsten vor den anderen Geschlechts-Genossinnen: „Ich habe ihn genossen, wenn auch nur für eine Nacht…“, dieses Wissen um die Unerfüllbarkeit der zutiefst intimsten Wünsche, mit mir zusammen sein zu wollen – für immer. Und ewig. Wenn’s sein muß auch in der Gruppe mit anderen Mädels. Hauptsache, ein Zipfelchen (Jetzt bitte nichts sagen…) von mir erhaschen zu können. Ok. – nennen wir es Zapfen… Es? – Ihn! 

 Kann ich all das Leid über die Häupter der mir Hörigen ausschütten? Bei der Vorstellung schüttelt es mich regelrecht.

 Nö, bleibe ich lieber hier, um nach dem Rechten zu sehen. Natürlich auch nach DEN Rechten, denn die darf man ja nie aus den Augen lassen, diese Dumpfbacken. 

 Tja, Waldi, nun wirste die Kohle, die uns die neue CD ohne Zweifel in Güterwagon-Ladungen einspielen wird, teilen müssen. Wie immer. Ganz fair. Da bin ich bekannt für. Und ich stehe zu meiner Fairneß. Keine Angst, du bekommst deine zehn Prozent. Vor Steuern.

 Nun werde ich gleich ganz sentimental, denn mir geht wieder mal auf, was für ein nettes Kerlchen ich doch bin. Und so bescheiden geblieben. Mit beiden Füßen auf dem Boden der Realitäten. Ok., in high heels, aber total unabgehoben. Wie mein beträchtliches Vermögen auf fernen Konten. Ich liebe die Cayman Islands… 

 Laßt „Die MelanKomiker“ am Freitag eure Insel sein, an deren Ufer jeder, der hören und vor allem sehen kann, unausweichlich gespült wird. Auf dieser Insel bin ich am Freitag euer Robinson und Waldi, wie an jedem Wochentag, so auch am Freitag der Freitag. Ihr aber, und nun komme ich euch unendlich weit entgegen, dürft ihn, scherzeshalber, auch mal „Donnerstag“ nennen. Das haßt er!

 Für mich, den Re-Inkarnierten, solltet ihr aber nicht nach neuen, Huldigung ausdrückenden Synonymen wie Gott, Guru oder gar Kän-Guru suchen, belaßt es einfach beim, wie immer mit zitternder Stimme gehauchten,

 

Jürgen

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