24.Januar 2007


17 und 4

Geliebte Lesende, geliebter Lesender, 

 auch ich werde abgehört! Fast täglich. Und nicht mal heimlich. Sozusagen un-heimlich. Heute beispielsweise von über 200 Schülern in Berlin. Über Mikrofon! Und dieses war sogar abhörtauglich. 

 Bin ich nun ein Linker? Oder – noch schlimmer: ein Bundestagsabgeordneter? Oder gar überhaupt ein Schlimmer? Was wäre schlimmer? Ein schlimmer Finger? Ein Finger im Roggen??? 

 Nein, nix ist richtig, denn ich mache ja kein Gewese ums Abhören. Ich habe mich dran gewöhnt. Teilweise genieße ich es sogar bzw. lasse Verlautbarungen erschallen, die es in sich haben. Und: Jeder darf dies hören. Manche sprechen sogar von „müssen“. Diese Banausen. 

 Was haben denn unsere Abgeordneten, die kleinen Scherzkekse, gegen das Abhören? Gut: Mikros in der Lampe sind äußerst ungünstig. Da muß man stets den Kopf nach oben strecken und bekommt einen Giraffen-Hals, wenn man erhört werden möchte. – Aber eben auch kein Doppelkinn, was übrigens eine der blödesten Erfindungen der Natur überhaupt ist. Was hat sich der Herrgott denn nun wieder dabei gedacht? – Vielleicht: „Bei Brüsten hat sich’s bewährt, mach ich’s gleich nochmal!“ 

 Ich hätte für vier Brüste und EIN, dafür aber besonders straffes, Kinn gesorgt. Darüber müßte RTL mal das Volk befragen. Wetten, daß sich auch für 17 Brüste pro Frau eine Mehrheit finden würde? Ringsrum Brüste! Ein Irrsinn. Und wenn dann Männer auch noch welche hätten, sagen wie mal vier, dann könnten wir das doofe Wort „Geschlechtsverkehr“ durch „17 und 4“ ersetzen. Zumindest plädiere ich aber für „Gegutsverkehr“. 

 Da können wir noch froh sein, daß der Schöpfer neben dem Doppelkinn nicht noch für’n Doppelkopf plädiert hat. Das ist schon als Spiel ein Elend, aber im Leben hieße das ja auch, daß die Bekloppten unter uns sofort doppelt bescheuert wären. Auf einen Schlag hundert Prozent mehr BLÖD-Zeitungsleser… 

 Ich höre schon, wie sie aufschreien, die Frauenrechtlerinnen: „17 Brüste – typisch Mann! Wer soll das alles schleppen?" Ha, nicht umsonst verfügen nicht wenige Kleider bereits über eine Schleppe. Die Mode beugt vor. 

 Ich aber möchte das mit den 17 Brüsten wirklich nicht so ernst genommen wissen. Wo kämen wir denn da hin? Mich ziert neben meinem straffen Kinn vor allem Bescheidenheit: 16 wären mir auch genug. Oder 16 große und ´ne klitzekleine siebzehnte… 

 Und wenn selbst das nicht möglich sein sollte, plädiere ich wenigstens rechts und links für ´ne kleine Armbrust. Das sähe zum Schießen aus! 

 Herrje, wie kommt man nur vom Abhören auf ein Brüste-Imperium? Vielleicht sollte ich meine Brust mal abhören lassen? Vielleicht schlagen gar zwei Herzen in derselben? Doppelherz! – Scheiße, die Werbung war vor mir da. Vielleicht haben sie mich heimlich abgehört? 

 Ich jedenfalls inspiziere nun erstmal alle Lampen im überdimensionierten Heim, ob der sie anbringende und hier namentlich nicht erwähnt sein sollende Diplom-Ingenieur für Maschinenbau nicht etwa kaputte Mikrofone darin versteckt hat. 

 Und sollte ich welche entdecken, dann klopfe ich mir vor Stolz und voll ebenjenem auf die Brust. Ach was, auf alle Brüste, die gerade greifbar sind. 

 Interesse? 

Busenwunder Jürgen

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