16.Januar 2007


Wo seid ihr...?

Geliebte Lesende, geliebter Lesender, 

 das habe ich nun davon, daß ich zwei, drei Ningeligkeiten scherzhafter Art, die scheinbar gegen das schönere, begehrenswertere, Anhimmlung verdienende und noch dazu länger lebende Geschlecht hätten gerichtet sein können, in meine vormalige Wortmeldung einfließen ließ: Schweigen im Walde! Und das ganz ohne Vogelgrippe, die sich jetzt, da man so gar nichts übers Schnee-Chaos berichten kann, wieder langsam, aber beharrlich in die Gazetten vorarbeitet. 

 Keine Post mehr, keine E-Mails, ein gefühlte SMS-Sperre, Besuchs-Boykott, und wenn ich ein Mädel in der Stadt auch nur anlächle: Baff – eins über die Rübe! – Letzteres habe ich mir natürlich nur ausgedacht, denn das wäre ja schon fast wieder ein Körperkontakt, und den verweigert mir die Weiblichkeit seit meinen unbedachten Worten in Gänze. 

 Herr Rösler dagegen, so weiß ich zwar nicht, fühle es aber, wird regelrecht mit Angeboten und Offerten bombardiert. Warum sonst hatte er gestern während der gesamten Probe diesen träumerischen Zug um den Mund…?  Ich kann mir’s schon vorstellen, Mädels, was ihr ihm schreibt: „Trenn’ dich von diesem Typen, es würde deine Karriere befördern!“, „Ruf ihm ein ‚Valet!’ zu, dann lassen wir dich auch für unsere Frauengruppe musizieren!!“, „Mach die Grinsbacke alle, und wir wählen dich zum ‚Killer des Jahres’!“ 

 Nö, mal ehrlich: Das geht zu weit! Zumal in diesem Lande kaum noch eine Sau weiß, was „Valet!“ bedeutet. Pardon: Das weiß kein Schwein mehr. – Gut: kein Eber! 

 Was soll das denn, diese Versuche, einen Keil zwischen W. und mich zu treiben? Das passierte uns letztmalig während einer Staatsjagd anno 1985, und da war es ein Keiler. Und dann gab’s Keile! Von Kyli Minogue. Kann ich mir aber alles auch nur eingebildet haben… 

 Nicht meiner Einbildung geschuldet ist aber die Zurückhaltung des weiblichen Teils der Erdbevölkerung seit dem letzten „Jürgens Welt“-Verdikt am 11.Januar.  

 Nicht mal aus Ghana kommt noch Post. Kein Mucks mehr von all meinen Venezuelanerinnen! Die Burkinerinnen (…die Weiber in Burkina Faso) halten Maulaffen feil (Ja, schlagt ruhig nach…). Die Mongolinnen verschanzen sich wortlos in ihren Jurten. Die Musliminnen als solche machen mich schweigend zur Minna und breiten den Schleier des Schweigens über sich und damit auch mich! Die Jungfrauen kreischen nicht mehr, wie sonst, „Neiiiiin!“, sondern tragen T-Shirts mit der Aufschrift „Für Jürgen zu jung! Stimmt’s, Waldemar?“!! 

 So kann es nicht weitergehen. Schon wegen Waldemar. Oder besser: Waldemars wegen. Dessen madonnisches und zugleich sardonisches Lächeln läßt mir keine Ruhe. Ich könnte ja mal mit seiner Frau reden! – Aber ob diese noch mit mir spricht… 

 Nun denn: Abbitte! 

 Eh, Frauen, ´s war nicht so gemeint! Ihr seid schon, irgendwie, in Ordnung. Also…, nicht übel. Mann kann euch schon ertragen. Muß ja auch. 

 Mein Gott, das war ja eine reine Entschuldigungs- und Wiedergutmachungs- sowie Verzweiflungs-Orgie, derer ich mich da entledigte. Das hat bestimmt Eindruck auf alles Weibliche in dieser Welt gemacht. 

 …ich spüre schon, wie die ersten Tränen des Verzeihens die leicht runzligen Mädchenwangen herunterrinnen. Aus Rinnsalen werden Flüsse, aus Flüssen Ströme, aus Strom wird Erdöl, und aus Erdöl Windkraft! Die Welt ist durcheinander, aber gerettet!!! Und mit ihr ich. 

 Das gibt mir die Gelegenheit loszueilen, um meinen Briefkasten sperrangelweit für die Post der holden Weiblichkeit, die nun mit Sicherheit auf mich einströmen wird, zu öffnen. Ach was, ich miete zusätzliche Kästen an. Morgen hab’ ich dann sicher schon was auf dem Kasten! 

 Mein E-Mail-Fach harret eurer Liebes-Bekenntnisse! Alles, was mein Handy an SMS-Speicher hergibt, ist ab sofort für Männer eine verbotene Zone. 

 Das gilt ebenso für mein Domizil in Leipzig, denn ab jetzt (!) steht sie für euch offen, Mädels: die Tür zum Glück und zu 

Jürgen

 PS. …und wenn nur eine käme - ´s wär’ alles wieder gut!

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