11.Januar 2007


Alles wegen des schwulen Jörns...

Geliebte Lesende, geliebter Lesender, 

 mit der „Lazulle“ habe ich mir aber was eingehandelt. Jetzt wird schon per Mail nachgefragt und Interesse geheuchelt. Von Frauen! Alles Sadistinnen! Nur um mich zu quälen… 

 Aber natürlich habe ich eine Antwort parat, wenn ich sie auch selbst noch nicht kenne. Deshalb bin ich nun, beim Schreiben, mindestens genau so gespannt, wie ihr: 

 Körperteile hatten ja früher GAR KEINEN Namen! Nicht mal Kevin oder so. Es gab nur den Menschen als solches. Also Adam. 

 Der hatte, wie heute auch noch, vorwiegend mit sich selbst zu tun und machte sich um Nebensächlichkeiten wie die Bezeichnung von Gliedmaßen oder am Kopf befestigter hanebüchener Gebilde keine Omme. Zumal die Omme als solche ja auch noch nicht be-tituliert war. Adam kam sozusagen, rein sprachlich, kopflos daher. 

 Nun warf ihm aber Gott, der alte Scherzkeks, noch Eva hinterher. Die wiederum machte sich sofort einen Kopf, denn wo sollte sie sich sonst frisieren lassen? 

 Frisieren hieß damals ja noch Haarakiri, und als sie erstmals im Salon „Zum schwulen Jörn“, der damals bereits rund um die Uhr geöffnet hatte, vorsprach, gingen die Scherereien los: „Einmal Haarakiri bitte!“ flötete die geistig etwas Minderbemittelte ins Jörnsche Antlitz. „An dem, was da oben so rauswächst“, fügte sie ergänzend hinzu. „Nennen wir es ‚Haar’“, säuselte Jörn zurück, „denn sonst ergäbe die Bezeichnung ‚Haarakiri’ mit doppeltem ‚a’ ja gar keinen Sinn.“ 

 „Denn man tau“, spornte Eva ihn an und erfand so nebenbei noch das Seil, aus dem später ja der Zopf entwickelt wurde. 

 Jörn, der nicht ohne Grund, „der Schnittige“ genannt wurde, schnitt los und dabei nicht nur Evas Haar, sondern auch gleich in die links und rechts am Kopf angebrachten Gewörksel. „Ohr!“ schrie Eva schmerzverzerrten Gesichts, und Jörn notierte. 

 Dann stach er (Im Nachhinein behauptete er: unabsichtlich…) in Evas linkes Seh-Organ, was sie zum Aufschrei „Au! Geh weg!“ animierte. Buchhalterisch hielt das Jörnchen darauf hin auf seinem Körperteil-Benennungs-Zettel fest: „Auge weg!“ Und recht hatte er, denn seitdem sind Frauen ja auf einem Auge blind… 

 Nun aber war es soweit: Evas Riech-Organ wurde von des Schnitters Schere malträtiert! Und sie, der Ohnmacht nahe, flüsterte nur: „Lazulle…“ 

 Das ergab keinerlei Sinn und klang bescheuert!!! Aber sollte man ihr das vorwerfen? Als Frau? 

 Jörn schrieb halt auch dies mit, fand es aber sofort scheiße. „Na, ´se wird sich doch wohl was dabei gedacht haben“, versuchte er im inneren Dialog, Evchen zu verteidigen. Dann aber fiel ihm die Unvereinbarkeit von Weiblichkeit und Denken ein, die sich Gott nicht umsonst hatte einfallen lassen. Deshalb strich er flugs „wird sich doch wohl was dabei gedacht haben“ von seinem Zettel, auf dem er natürlich auch seine inneren Dialoge immer notierte, um den Verfasser dieser Zeilen nicht bloßzustellen, und übrig blieb: „Na, ´se“. 

 Nun galt es noch, die Interpunktionsschwächen jeglicher Coiffeure zu berücksichtigen und das für sie völlig unverständliche Komma und sowie den Apostroph zu entfernen. Und schon hieß „Lazulle“ „Nase“. Wegen eines schwulen Frisörs! Muß man sich mal vorstellen! 

 Wäre das damals nicht passiert, hießen heute die Tempo-Taschentücher nicht Tempo-Taschentücher, sondern Tempo-Taschentücher. Nix, aber auch gar nix wäre anders. Außer vielleicht die Redewendung „Immer der Lazulle nach!“, welche ich aber trotzdem ab und an zu hören vermeine. Immer, wenn ich mir Lazullen-Tropfen einflöße. In beide Lazullen-Löcher gleichzeitig. Mit der von mir entwickelten Doppel-Pipette! 

 Doch das ist bereits wieder ein anderes Thema. Ich für meinen Teil mache jetzt nämlich Mittag. Es gibt Lazulli Goreng. Anschließend fliege ich dann zum Mond. Mit einer Rakete der LAZULLA!  

 „Lazull darwoje!“ (Alter russischer Trinkspruch…) wünscht euer weiser Tor 

Lazullreddin Jürgen

 PS. Ich finde, die Frauen kamen heute sehr, sehr gut weg! Was fragen sie auch nach…

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