9.Januar 2007


Mit verstopfter Lazulle

Geliebte Lesende, geliebter Lesender, 

 ich habe ihn wiedergesehen. Olle Waldemar. War gestern bei mir zur Probe. Die er absolut nötig hatte. Sie ihn aber auch. Denn: Keine Probe ohne Waldemar! 

 Man mag sich gar nicht vorstellen, wie das im Krankenhaus, in dem er damals wegen seiner Schulter logierte, zuging: Waldemars Proben – der Renner! Schwestern rissen sie sich gegenseitig aus den Händen. Ja, sie verbissen sich in den Röhrchen! Schüttel-Tests riefen basses Erstaunen hervor: „Was’n Mann!! Was ´ne Probe!“ Verkostungen wurden angesetzt… - Einhalt, wilde Phantasie! Denn es gibt sie wohl, die Grenze des guten Geschmacks. Wobei wir wieder bei den Verkostungen wären. 

 Ich selbst habe ja Proben nicht nötig. Leider werde ich aber auch nie bist fast kaum zur Abgabe einer solchen genötigt. Selbst mein neues selbstgebatiktes T-Shirt mit der durchaus provokant gemeinten Aufschrift „Pröbchen gefällig?“ änderte nichts an der Sachlage. 

 Nun gut, friere ich eben weiterhin ein. Auf Vorrat! Schon plane ich die Anschaffung einer siebenten Kühltruhe. Probehalber. 

 So wurde übrigens in meiner früheren Gruppe „zart-bitter“ mein Freund Rüdi, der von Körpergröße her prädestiniert für eine Rolle im derzeitigen Otto-Film war und ist, aufgefordert zu üben: „Probe, Halber!“ – Ha! Und: Tschuldigung, Rüdi… 

 Nun heißt es aber im deutschen Sprichwortschatz nicht umsonst „Probieren geht über Studieren!“, was andererseits ja auf „Proben geht über Studen!“ hinausläuft. „Was will Studen uns damit sagen?“ werdet ihr euch fragen und meine glasklare Antwort „Nix!“ akzeptieren müssen. Akzeptiert nur, akzeptiert nur! Auch Pferde! Auch Stuten??? 

 Vor allem Studentinnen. Denn diese gilt es ab und an auf die Probe zu stellen. Zur Not auch als Probandin. Wir laden ein zur Probandinnen-Probe mit dem Propst im „Cirkus Probst“. Na prost! 

 Allen, die das hier nicht mehr aushalten, empfehle ich übrigens das Seniorenheim „Dr. Maria Probst“ in Hammelburg, das ich soeben ergoogelt habe. Da heißt es mittags immer „Probst Mahlzeit!“ – Ein nettes Etablissement… 

 Nun werde ich, der Figur halber, noch ein wenig Obst naschen. Natürlich nur solches, das mich bekannt macht und die PR-Maschinerie anwirft, also PR-Obst. Ein Unfug!!! 

 Vielleicht sollte ich mich aber, da das alles hier so gar keinen Sinn mehr ergibt, lieber zum Probeliegen aufs Ohr hauen. Doch was kann mein Ohr dafür? Außerdem heißt es ja durch das viele Aufs-Ohr-Hauen erst „Ohr“, denn was entfleucht dem Mündchen eines aufs Hör-Organ Geprügelten? Richtig: ein gestöhntes „Ooooohr!“ – So erhielten einst Körperteile ihre Namen. 

 Warum Nase „Nase“ heißt und nicht etwa, wie noch bis 2243 v. Chr., „Lazulle“, erfahrt ihr morgen (oder nie) von

Jürgen

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