29.Dezember 2006


Himmlisches Kokain

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

  folgendes trug sich gestern in der sächsischen Messemetropole zu: Ich saß gegen Mittag im kleinen italienischen Café am Markt, blickte aus dem Fenster und stellte fest: Es schneit! Ja, es schnoo regelrecht. Flocken über Flocken!

  Zufrieden lehnte ich mich, die Lippen mit Espresso benetzend, zurück und brummelte ergriffen in meinen Zwei-Tage-Bart: „In 361 Tagen ist Weihnachten!“ Vorfreude bemächtigte sich meiner, zumal draußen wahre Schnee-Kaskaden die sächsische Tiefebene beflockten.

  Schnieker Schnee! Schnuckelig! Schneewittchen und Schnattchen fielen mir ein. Und weißgefrorene Schnurbart-Spitzen. Schnabeltassen randvoll mit Kakao. Ich schnalzte mit der Zunge und summte eine Schnulze! In Gedanken Schnick-Schnack-Schnuck spielend. Mit einer Schnepfe! Schnitzen – ein schönes Schneckenpferd! Naja… Und schnell noch Schnuller kaufen! Zum Schnupperpreis! So schnurrte ich, dabei meine Schnute verziehend und nach Luft schnappend. Ringsum leises Schnattern und Schnarren. Harry Potter fing den Schnatz! Schnibbeln sollte man beim Tischtennis schon können, schnellte es mir ins Hirn. Vom Tod, dem alten Schnitter, weit und breit keine Spur! Wahrscheinlich zum Schnitzel-Essen… - Ich schnaubte kurz. Schnöde schnodderige Welt! Voll von Schnorrern!

   „Schnauze!“ befahl ich mir dann aber selbst, denn so konnte es nicht weitergehen.

  Eigentlich wartete ich, wie gebannt in den weißen Flockenwirbel starrend und von der Swing-Musik im Café bestens unterhalten, nur darauf, daß die Tür aufgeht und Julia Roberts Arm in Arm mit Richard Gier (Ich weiß wohl, wie man den schreibt, den Herrn Gere…) auf einen Kakao ins Warme huschen. Und steht da draußen an der Ecke bei „Hugendubel“ nicht Woody Allen und spielt Klarinette? Oder ist’s nur sein Double? – Es new-yorkte und hollywoodete irgendwie ringsum. Meg Ryan lächelte sich durch den weißen Wirbel am Fenster vorbei und winkte mir zu. Was’n Lächeln! Ich sehnte mich nach Happy End und Abspann! – Dann mußte ich los… Raus. Ins Freie!

  Was für ein Scheiß-Wetter! Überall Matsch! Und eklig kalt. Patsch! – Ich hatte nasse Füße. Die Leute stachen mit Schirmen und Ellenbogen um sich. Pinocchio sogar mit seiner Nase. Jeder nahm, was er hatte. Ich plante bereits eine Erektion! Trotz Flocken auf der Brille. Ließ es aber sein, um nicht als Angeber abgestempelt zu werden…

  Nix wie ins Auto. Da aber ging das Geschussel erst richtig los. Und überall anne Warnblinkanlagen, weil die Deppen noch mit Sommerreifen unterwegs waren. Mein Scheibenwisch-Wasch-Wasser eingefroren. Oder die Düse verstopft. Vom Schnee. Diesem Scheiß-Schnee!!

  Ich betete: Lieber Gott, laß es für diesen Winter genug sein! Wir hatten unseren Spaß und Minuten der Besinnlichkeit. Laß Niederschlag wieder in Tropfenform fallen. Flocken gehören zur Butter! Mach endlich Sommer!!!!

  So, heute ist es draußen bereits wieder hübsch grau. Und trocken. Was so ein kleines Gebet alles bewirken kann. Nun bete ich den ganzen Nachmittag, daß mir ein Pony wächst!!!  Und morgen meldet sich dann für euch aus seinem laut und glücklich bewieherten  Stall der weise 

Schnee-Jürgen

PS. Schnörkellos schnorchelnde Schnallen schnappen schnipsende Schniedelwutze! Und Schnuß...

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