27.Dezember 2006


Zwischen den Jahren

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

  wir sind angekommen: zwischen den Jahren. So heißt es ja neudeutsch. Ich persönlich sitze ja schon seit etlicher Zeit zwischen allen Stühlen und finde das nicht mal so unbequem. Außerdem scheint sich ja mein Leben in Zwischenwelten abzuspielen. Mit der realen Welt da draußen hat das nun wirklich nüscht mehr zu tun…

  Zwischen Waldi und mir müssen sich die Frauen ja auch immer entscheiden. Müßten sie eigentlich nicht, wenn’s nach mir ginge, aber Herr Rösler möchte partout nicht teilen… Und da wir in jedem Jahr sieben Monate lang unterschiedlich alt sind, kann die Damenwelt auch bei uns wählen: zwischen den Jahren. Jahrwohl!!

  Dabei paart sich bei einem von uns Altersweisheit mit unvergleichlicher Schönheit, überbordendem Charme, filigranem Körperbau, animalischer Sexualität sowie einem Tsunami an Intelligenz. Und dazwischen muß Frau sich nicht entscheiden. Das ist ein Gesamtpaket. Ich glaube, daß sogar 100 Freiminuten und DSL 2000 inklusive sind, müßte aber doch nochmal im Beipackzettel nachlesen.

  Die Alternative wäre jünger, aber … und hier fällt mir schon nichts mehr ein, was sich anpreisen ließe. Haariger? – Ja, das ginge. Verheirateter? – Auch das.

   Und schwupps! haben sich die Mädels schon entschieden! Ab sofort klingelt es Sturm an der Tür der Röslerschen Behausung! Weil alle nur eins wollen: meine Adresse.

  In der Zwischenzeit bereite ich mich daheim auf den Ansturm vor: ein Frauen-Tsunami. Und ich zwischen den Wellen! Als Wellfleisch für die nach mir gierende Weiblichkeit! Und bitte, Herr Rösler, geben Sie jetzt nicht noch ihren Senf dazu. Ich, als personifizierte Zwischenmahlzeit, bedarf keines Geschmacksverstärkers… Ich bin ein Appetitshäppchen. Zuweil sogar Happen!!

  Kommt man nach „zwischen den Jahren“ automatisch IN DIE JAHRE? Mal Waldemar fragen, wenn ich ihn am Freitag treffe. Oder nach Bad Zwischenahn fahren und abwarten. Ich ahne da was…

  Zwischen Himmel und Erde gibt es sowieso Dinge, die es nicht geben sollte. Manch einer steht zwischen zwei Frauen. Unglaublich! Da wäre liegen doch angebrachter.

  Einen anderen wiederum hat es zwischen alle Fronten verschlagen. Wenn er da noch nicht liegt, also gefallen ist, kann er froh sein.

  Früher gab es sogar vereinzelt gefallene Mädchen, die lebten! Inzwischen käme unsereiner kaum noch mit dem Aufsammeln nach… Teilweise müssen sie gar nicht mehr fallen, sondern legen sich gleich hin. Und ein vom Helfer-Syndrom Befallener wie ich hechtet hin und her. Zwischen den Betten. Und zwischen Liebe und Zorn, wie Cäsar einst sang. Oder hieß es „Zwischenliebe und Zorn“?

  Das wäre es eigentlich, was ich mir, bis das neue Jahr endlich zuschlägt und alles Gewesene auslöscht (denn das neue Jahr nennt sich nicht ummesunst „Null-null-sieben“), wünschte: eine Zwischen-Liebe. Das wäre eine elegante Zwischenlösung.

  Und nun bitte keine Zwischenfragen mehr, denn für euch steht nun die Zeit der Entscheidung an: zwischen Genie, Wahnsinn und 

Jürgen

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