21.Dezember 2006


Ellenbogen-Klöpplerinnen

Geliebter Lesender, geliebte Lesende, 

 ich hoffe, ihr habt die Feinheiten in der heutigen Anrede schon registriert, denn wen gilt es in dieser ach-so-besinnlich-betulichen Zeit besonders zu umhegen: ihn, den Mann! Ja, auch mich! Aber ich bin halt gleichzeitig Heger und Hegender!

 Deshalb hege ich jetzt mal los:  Männer, noch drei Tage, dann haben wir’s geschafft! Dann sitzen die Mädels übermüdet, aber mit (wahrscheinlich vom Rumtopf) geröteten Augen unterm Tannenbaum und sind fertig. Wenn sie denn untern Baum passen. Fertig sollten sie allerdings schon sein. Denn das bedeutet: Ruhe. Und Sanftheit! Nicht umsonst heißt ein sehr, sehr schönes Weihnachts-Motto: „Ruhe sanft!“

 Sanfte Ruhe wünschen wir uns von all den Hektikerinnen, die uns in den letzten Tagen ihre aus größtenteils mehr als wohlgerundeten Leibern herausragenden unglaublich spitzen Ellenbogen ins zum Glühweinstand schlendernde magere Hüftchen harpunierten und dann auch noch dreinschauten, als müßten WIR uns für IHR Attentat entschuldigen. Ellenbogen-Terroristinnen! Mit flackerndem Blick! Und immer mit ZWEI Ellenbogen! Doppelspitzen sozusagen. Harpunier-Gehabe der übelsten Art! 

 Und wenn MANN im Kaufhaus nur mal nach ´nem Schlüpfergummi fragen will, kommt er nicht durch durch ihn: den Ellenbogen-Wald. Dabei ist das Gummichen nicht mal für ihn selbst gedacht. Nein, er wollte es IHR schenken. Zum Fest der Liebe (Karneval?)! Damit sie’s dann vielleicht in ´ner sanften Stunde in sein überstrapaziertes Feinripp-Höschen einarbeitet. – Doch welch Mädel kann heute, vor lauter Ellenbogen am Körper, überhaupt noch Schlüpfergummis einziehen? Oder gar nähen? Oder, noch viel besser: batiken? 

 Julia ist 24 und kann klöppeln!!! – Eine Ausnahmeerscheinung! Lasset uns sie lobpreisen!  

 Deshalb meine Empfehlung an die Damenwelt für den bevorstehenden Weltuntergang, also Weihnachten: Klöppeln lernen. Von mir aus mit den Ellenbogen. Ellenbogen-Klöppeln! Das klingt auch viel geiler als „Jodel-Diplom“. – „Ich bin Ellenbogen-Klöpplerin!“ Da verfällt man als Kerl durchaus schon mal in die hochachtungsvolle Anredeform und nennt die Andersgeschlechtige „Gnädige Frau“. Und dann baggert man, äußerst geschickt, wie folgt: „Können Sie auch Schlüpfergummis einklöppeln?“ Wenn sie kann, ist ein Traumpaar geboren. 

 Wenn nicht, bleibt der Mann, wie ich, allein und macht sich sanfte Gedanken. Übers Klöppeln, Ellenbogen, arme Kerle und einen T-Shirt-Batik-Kurs an der Volkshochschule. Zum Frauen-Kennen-Lernen. Am besten aber ellenbogen-amputierte. Oder mit soooooooo seltenen, aber doch irgendwo im Nirwana vorkommenden, wohlgerundeten Ellebogen, ja Ellenbögchen, was sag’ ich: -bögeleinchen, die, wenn sie denn ausgefahren werden und den Mann touchieren, diesen zu einem hingehauchten „Du hast den Bogen raus, Baby!“ verleiten. Ach! 

 Niemand kann in diesen Äußerungen, die ich heute hier von mir gebe, einen Sinn finden, denn ich habe keinen eingebaut. Wollte mich aber trotzdem mal wieder zu Wort melden, ehe ich mich nun zur letzten Kinder-Mugge für dieses Jahr auf mein Auto schwinge. In dieser beschwingten Zeit! Mit Schwing-Musik aus’m Auto-Radio! Und die schwing mich, die zu hören… 

 „Halleluja!“ flüstert, der nun ob der noch zu kaufenden Weihnachtsgeschenke in leichtes Grübeln verfallende 

Jürgen 

PS. Wo kann man eigentlich Klöppel-Utensilien kaufen? Mailt mir! Sonst gibt’s Klöppe!!!

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