12.Dezember 2006


Felgeleiteter W. 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender, 

 heute erreichte mich eine Leserzuschrift von ´nem gewissen Herrn Rösler. Ein Besserwisser, wie mir scheint!  Schon die Überschrift: „Skrotumquetsche am Reck“. Aber halloballo! Das läßt die Nichtlateiner doch sofort nachschlagen. „’Reck’ – was’n das?“ Obwohl Nachschlagen doch verboten ist! Zumindest beim Fußball. 

 Nicht aber, scheint’s, beim Geräteturnen, und dies muß eine Domäne dieses anonymen Waldemars sein. Denn: ER WAGTE ES, MICH ZU VERBESSERN!!!!  Das maßten sich bislang nur Ex-Lebens-Abschnittsgefährtinnen und früher die Abschnittsbevollmächtigten an. 

 Und um Abschnitte bzw. um Abklemmungen ging es im E-Mail-Machwerk des Herrn R. Nein, es hieße nicht Feldaufschwung (siehe "Jürgens Welt“ vom 5.Dezember), jenes Element, mit dem ich als Turn-Eléve meinen Sportlehrer Herrn Misselwitz sowie all meine Mitschüler entzückte, sondern Felgaufschwung. Von Felge! ALLE würden das falsch machen. BIN ICH ALLE??? Ich bin nicht mal alle, wenn ich kaputt bin. Und ich bin nicht oft kaputt, obwohl ich nicht unkaputtbar bin. 

 Mag sein, daß dieser W. recht hat. Aber wo hat er denn sein Wissen her, das er hier so großkotzig über mein literarisches Werk stülpt??? Aus gut informierten Kreisen weiß ich, daß ebenjener W. R. den gleichen sowie den selben Sportlehrer wie ich hatte. Wenn dieser ihm den Begriff „Felgaufschwung“ verraten hat, mich jedoch den Feldaufschwung verrichten ließ, dann doch nur, weil unmenschliche Anbiederei die Haupteigenschaft des Schülers R. gewesen sein muß. Ich war immer ein Zurückhaltender. Ich war nur Gruppenratsvorsitzender… Also irregeleitet. 

 Er aber, mit seinem Elite-Wissen, hätte mich schon damals auf den Pfad der Wissenschaft und den der Tugend bringen können. Doch nein, er genoß mein klitzekleines Fehlerchen und schwieg. So wurde ich KEIN Wissenschaftler und, andererseits und Gott sei Dank, kein Tugendpfad-Beschreiter. Mehr so’n Hoppelhase… 

 Doch der Herr Ingenieur wartete ab, bis ich älter und alt wurde, um dann zum großen Schlag auszuholen. Baff!!! Und: Wamm!!! Und: „Hollerboller!“ 

 Anstatt sich einfach in meine Welt einzuloggen (Ich Depp habe ihm das Paßwort verraten…) und den einen Buchstaben stillschweigend zu korrigieren sowie mich später mit einem nebenbei fallengelassenen „Ach, übrigens…“ davon in Kenntnis zu setzen, wählt er den Weg der Demütigung. Per Post! Per E-Mail!!! Wo doch heutzutage alle, die ein bißchen Ahnung haben, mitlesen können. Sogar Mitesser soll es geben! 

 Morgen begleitet mich jener überhebliche Herr R. in Olaf Schuberts „Krippenspiel“ in die Moritzbastei. Nach dieser Gotteslästerung heute ist er da gerade richtig. Und ich werde ihn mir vorknöpfen. Knopf um Knopf! Und Knopfloch um Knopfloch! Anschließend lasse ich dann die Luft aus den Reifen seines Autos, damit er auf seinen FELGEN nach Hause eiern kann, der Herr Jürgen-Verbesserer. Und ich werde ihm heimlich „felgen“, um das Elend blinzelnden Auges zu genießen. Und dann, kurz vor seinem Dorf, am Felgrand stehen und winken!!! Abwinken!!!! 

 „Felgaufschwung“ – auf was die Leute alles kommen. Vielleicht hieß der Nachrichtensprecher der „Aktuellen Kamera“ auch nicht Klaus Feld-, sondern Felgmann? Herr Rösler, bitte melden!!! 

 Wir sprechen uns noch! Auf dem Felg der Ehre!! Bring ruhig deinen Sohn mit, denn der Apfel felgt nicht weit vom Stamm!!! Was felgt dir überhaupt ein??? Lies du weiter deine Felge-Schneider-Bücher und verbessere NIE WIEDER  

Jürgen

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