4.Dezember 2006


Montags-Montage 

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

   lange nichts von Waldemar gehört? Oder? Ich auch nicht. Das ganze Wochenende lang. Hat er sich dünne gemacht? Ha! Und nochmals: Ha!

  Nee, keine Angst, es kriselt nicht zwischen uns. Die Kinder sind ja auch schon aus dem Haus. Also die meiner Nachbarn. In der Schule. Und wahre Freundschaft übersteht auch mal ein zweitägiges Nicht-Kontaktieren.

 Liebe sogar drei Tage. Aber dann?  Fragt bitte euren Beziehungs-Therapeuten. Also mich. Drei Tage? – Das hat soooo’n Bart. Dreitagebart. Da gehört die Liebe aufgebahrt. Jedenfalls bartiell, also teilweise. Baare müssen sowas aushalten. Bar jeden Schmerzes. Nur Barbaren machen wegen Drei-Tage-Abstinenzen Schluß. Und sind dann solo. Also im Baradies. Um sinnlos Barcadi zu saufen. Und angeberisch in bar zu zahlen. Dann ab in die Barkasse und ans andere Flußufer gedolmetscht, also übergesetzt.

  Doch das andere Ufer ist weder das Ufer Herrn R.s, noch das meine. Das meine ich ganz ernst. Telemann könnte uns zwar drüben mit seiner Musik empfangen, aber über diese Brücke kommen wohl nur die Ossis unter uns, die eben nur einen Ernst kennen. Unseren Ernst.

  Der ja mittlerweile liegt. Und zwar mir fern. Denn ich kann nicht Ernst sein. Ich bin ja schon Jürgen. Und irgendwie auch Waldemar. Was bin ich? Robert? Lembke? Oder gar ein Schweind’l? – Jetzt sind die Wessis wieder mit im Boot! Zurück vom anderen Ufer. Über die Oder. „Aber ganz neise“, wie’s in „Pension Schöller“ heißen würde. Und: „Mir ist eine Fniege in den Hans gefnogen!“

  „Neiße rieselt!“ wäre ´ne schöne Meldung über den Niedergang eines Grenzflusses. Oder? „Der Schnee“ als Zusatz könnte das ganze aber in einen Krimi-Titel aus dem Drogen-Milieu verwandeln.

  Es gibt auch Drogerie-Ketten! Aber mal ehrlich: Wer hängt sich denn sowas um den Hals? Höchstens Halsabschneider. Schöner Märchentitel für einen mittels eines superschweren Halsschmuckes suizidierenden Nähkünstler: „Das tapfere Halsabschneiderlein“.

  Sieben Hälse auf einen Streich! Kann man alle im Streiche-Zoo liebkosen. Kost’ nüscht! Oder auf Spanisch: Kosta brava!

  „Brava Jürgen!“ ruft derweil mein Pfleger und versucht, mich zum Mittag-Essen zu drängen. Aber wer ißt schon gern eine Tageszeit? Und warum sieht der Betreuer aus wie ein gewisser W.? – „Waldemar nicht immer veralbern sollst!“ rechtfertigt sich dieses Phantom, der Opa.

  Und dadurch, opas nun glaubt oder nicht, komme ich wieder zu mir. Obwohl ich gar nicht ausgegangen war. Nur meine Ganglien. Kann aber auch an meinem Gang liegen.

  „Liegen haben kurze Beine!“ behauptet die Möbel-Industrie. „Und Rüdi!“ füge ich hinzu. - Insider-Scherz.

  Doch damit scheint mir die Scherzgrenze für heute überschritten, mutmaßt 

Schwafel-Jürgen

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