3.Dezember 2006


Kurz vor der Erektion

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 nachdem ich indirekt per Mail der Faulheit geziehen wurde, da bereits zwei Dezembertage ohne ein Lebenszeichen von mir verstrichen, will ich nun heute mal jemanden ganz Besonderes ins rechte Licht rücken: mich.

 Denn ich dezemberte keineswegs planlos vor mich hin an diesen beiden ersten Tagen des meteorologischen Winters. Nö, ich kinderprogrammte. Und wenn ich nach Hause kam, war's immer schon dunkel!!! Wie soll man denn da den Pomputer noch finden? – Na also!

 

 Heute aber nutze ich die gefühlten zwei beleuchteten Stunden, die uns der Herr Gott, dieser Knauser, derzeit gerademal so pro Tag übrig läßt, um mich zu wenden. An euch. Und mit einer Prophezeiung, die euch erfreuen und mir, als Mann, gar nicht mal so schlecht anstehen wird:

 

 In 19 Tagen wird erigiert!!!

 

 Und dann ein halbes Jahr lang täglich!!! Das schließt mich nun aus, da ich ja nach jedem Vierteljahr einen Tag Pause einlege, aber wer mag es sein, der sich mit solcherart Erektion lobpreisen läßt? Und, oh Wunder, es sind – die Tage.

 

 Denn ab in nicht mal mehr drei Wochen (tolles Deutsch!) werden sie wieder länger! Täglich. Einer nach dem anderen. Also erst der Sonnabend nach dem freitäglichen kalendarischen Winteranfang, dann der sonntägliche Heilige Abend, der montägliche unsägliche erste Feiertag ("Ihr kommt doch zum Essen, oder?") sowie der dienstägliche noch unsäglichere zweite Feiertag ("Nun bleibt doch noch bis zum Abendbrot!").

 

 Nun gut, die drei Weihnachtstage hätte/strong ich mir persönlich noch kürzer gewünscht, aber ich bin tolerant und lasse sie ruhig täglich ein bissel zulegen. Silvester wird's dann wohl schon kaum noch dunkel werden! – Habe ich mit ´nem alten DDR-Taschenrechner (Soooooooooo ´ne Tasche!!!) ausgerechnet…

 

 Wenn dann also die Tage länger werden, müßten dies die Monate ja auch tun. Logisch. Aber die Zauberei kennt keine Grenzen: Trotz längerer Tage ist der Februar wesentlich kürzer als der Januar. Wird behauptet! Warten wir's mal ab. Ich werde jedenfalls eine ganz private Stoppung vornehmen, um dem Phänomen auf die Schliche zu kommen. Hab' da noch so ´ne alte DDR-Stop-Uhr rumliegen…

 

 Nun noch ein kurzer Aufschrei meinerseits ob der unsäglichen Monatsnamen, die eigentlich getauscht gehören: Schrei!

 Der Dezember täuscht doch an, er sei der zehnte Monat. Ja, von wegen Dezennium usw. Demnach müßte ab 2007 für uns Unvernunftbegabte, die dies hier lesen (und schreiben!!!), der Oktober Dezember heißen. Logisch.

 

 Da der Oktober mit seinem "Okt" aber eindeutig einen auf "8" macht, muß für ihn der August weichen, der dies gar nicht merken wird, denn er heißt ja nicht umsonst "der dumme August". – Wohin mit ihm? Abwarten.

 

 Erstmal gehört der September richtig eingeordnet: da schreit einen die "7" ja regelrecht an! Juli raus, September rein. – Logo.

 

 Den ewigen "Nein!"-Sager, den "No!"-vember zieht es natürlich schon aus diesem Grund an einen neuen Platz, und wir gestatten es ihm. Nicht! Bleib, wo du bist, und rühr dich nicht!!

 

 Rücken wir erstmal den August auf Platz zwölf, denn "dummer August" könnte als schönes Synonym für den Weihnachtsmann herhalten. Gebongt!

 

 Und vorne? – Der Januar, welcher seinem Namen ja ob des pedaltretenden Volkshelden "Ulle" verliehen bekam, muß dopingbedingt leider umbenannt werden. Nach einem, der hundertprozentig niiiiiiiemals gedopt hat und war: fürderhin heißt dieser schöne Monat, mit dem wir das Jahr beginnen lassen wollen, Axelar. Selber schulz!

 

 Dann kommt an Platz zwei schon der März, denn er muß die Axelar-Schlappe ausmärzen. Soll er ruhig.

 

 Nun wird's Zeit für den Mai, denn auf Platz fünf mußten wir immer viel zu lange auf ihn, der seinen Namen ja nach einem Käfer erhielt, warten.

 

 Axelar, März, Mai – weiter! Richtig, der Juli. Denn ich kenne die Juli, und sie hat so was von Mai. Mai Gott!

 

 Auf "fünf" plazieren wir den April, und sollte er protestieren, machen wir ihn mit "April mich nicht so an!" mundtot.

 

 Der Juni, dieser Mond-Monat, ist von der Nummer sechs nicht wegzukriegen. Ich versuchte zwar in einem Vier-Augen-Gespräch, ihn davon zu überzeugen, aber er denglischte mich folgendermaßen zu: "That schaffst you nie!"

 

 Nun noch den Februar, meinen Stop-Uhr-Monat, auf "9" gestellt, denn "Febru" ist nicht ummesunst im Kirgisischen die Zahl zwischen acht und zehn (vermute ich mehr, als ich es weiß…) – fertig!

 

 Und da haben wir es auch schon, das wohlgeordnete 2007: Axelar, März, Mai, Juli, April, Juni, September, Oktober, Februar, Dezember, November, August!

 

 Da kann ich endlich mal meinen Geburtstag mit ´ner Freiluft-Féte begehen. Schon dafür hat sich dieser Sonntagmorgen gelohnt.

 

 Und warum man Erektion mit "e" und "k", dagegen aber erigieren mit "i" und "g" schreibt, erkläre ich euch, wenn die Tage wieder länger werden. Das, so scheint mir, ist ein sehr schönes Weihnachts-Thema.

 

 Draußen wird's derweil (´s ist ja auch schon nach zwölf Uhr…) bald wieder dunkel. So dunkel wie im Hirnchen von

  

Jürgen

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