21.November 2006


Tabletten-Filme

 Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

  sie hat versagt! Meine Stimme! Bin ich deswegen ein Versager? Nein, denn Herr Rösler versagte nicht. Und zwar mir seine Hilfe. Versagt’s denn?

  Das alles am Freitag beim Konzert in Bad Karlshafen, und ob meiner immer mehr zunehmenden Heiserkeit wurde mir im Verlauf der zweieinhalb Stunden „MelanKomiker“-Darbietungen immer heißer. Man nannte mich Tom Waits, aber nachdem ich als Überschrift für die Kritik an dessen neuer Platte las „Singt er noch, oder kotzt er schon?“, weiß ich nicht, ob ich dafür dankbar sein soll.

  Jedenfalls hat Waldemar den ganzen Laden und somit den ganzen Abend geschmissen (im positiven Sinne), während ich (fast schweigend) dirigierte. Ganz schweigen – das geht ja bei mir nicht, wie jene, die mich kennen, nickend bestätigen werden.

  Nun will ich’s aber wissen und habe mir über dunkle Kanäle aus den Sphären der Drogenmafia (Waldi hatte da ´ne Nummer…) Antibiotika besorgt. Heissa! Und vor allem lecker!!! Und noch vor allemner: Man kann unglaublich dabei sparen: Geld und Zeit! Ein Hoch auf die Arzneimittelproduzenten, und all ihre Abzockerei an uns kleinen Beitragszahlern sei ihnen vergeben!

  „Wieso, weshalb, warum?“ höre ich euch rum-sesamen. Keine Angst: Der Onkel erklärt’s euch. – Es sind FILMTABLETTEN!!!!! Ey!!! Cool!!!!

   Damit habe ich mir gestern gleich einen „Tatort“ reingezogen. Mit der, die ich heute um 17 Uhr einwerfen darf, gehe ich auf Woody-Allen-Trip. Und sicher treffe ich irgendwo im Film-Nirwana auch Jürgen Vogel, der ja zur Zeit in jedem, aber auch wirklich jedem deutschen Film mitspielt. Was dem deutschen Film aber ausgesprochen … gut tut. Was ihr unbedingt sehen solltet: „Ein Freund von mir“. – Zur Not gebe ich euch dafür auch ´ne Tablette ab…

  Wenn nun noch meine Nase aufhört zu laufen (teilweise kaum noch einzukriegen, das flugse Ding), meine kleine Freundin Fieber sich wieder mal ´nen anderen Lover für heiße Nächte suchen würde und Kollege Husten das täte, was zwar unappetitlich klingt und aussieht, aber endlich an der Zeit wäre: abhusten, dann ginge es mir schon viel besser.

  Und auf dem „Friedhof der verstummten großen Stimmen“ gäbe es einen Ausbruch, der sich gewaschen hat, denn mein Stimmchen würde die von Herrn R. festverschweißte Grabplatte durchbrechen und als Sonnenstrahl auf all die gierigen Ohren den Balsam wohltemperierten Gesangs aufbringen, der ihnen seit Tagen versagt blieb.

  Herr R. aber könnte endlich wieder verstummen. Genug gejodelt, diplomierter Freund. Ja, immer nur die Aufmerksamkeit auf sich ziehen… Vor allem die der Frauen… - Damit ist jetzt Schluß, denn sobald ich wieder singen kann (Freitagabend in Berlin!), richtet sich der Fokus des Interesses wieder auf den wahren Stimm-Helden aus Sachsen, den ich hier namentlich wohl nicht zu erwähnen brauche.

  Freund W. kriegt zum Dank ´ne Filmtablette und muß sich zum tausendsten Mal meinen Lieblingsfilm ansehen: „Schneewittchen und die sieben Zwerge“, natürlich in der DEFA-Version.

 Und dann muß er alle Namen der sieben Zwerge auswendig aufsagen können, sonst darf er in Berlin nicht mitsingen!!! Und wie lauten die Namen? Richtig: Picke, Packe, Puck, Purzelbaum, Naseweis, Huckepack und … Rumpelbold! Letzterer war der Anführer, aber das ist ja schon eine Millionenfrage beim Bürschchen Jauch. Und die Million gönne ich Waldemar nicht.

  Wohl aber 

Jürgen

 

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