9.November 2006


Nein, Eleven!

 

Liebe Lesende, lieber Lesender,

 

 schon wieder nine-eleven! Jetzt übertreiben sie’s aber. Hatten wir doch erst vor zwei Monaten. Aber unsereiner kann sich ja gegen den Kalender nicht wehren. Möchte er auch gar nicht. Zumal an nine-eleven immer so schön was zusammenbricht. Vor siebzehn Jahren gar die Mauer. Schwupps – schon war das Luder weg. Und ich stand da, ganz ohne antifaschistischen Schutzwall.

 

 Wie so’n Schüler vor dem neuen Leben, halt ein Eleve. Alles wollte ich haben! Und sofort! Die anderen wollten gar noch mehr. Nie sah ich gierigere DDR-Bürger.

 

 Doch dann sprach der große Wessi: „Nein, Eleven!“

 

 Und uns war klar: Schenken würde man uns nichts. Obwohl Weihnachten vor der Tür stand. – Doch was für Türen waren das damals schon… Da kam Weihnachten gar nicht gern rein.

 Zumal wir nicht mal wußten, wie Weihnachten mit Vornamen heißt. Wir zonale Deppen dachten immer, der Vorname von Weihnachten wäre „zu“, und so saßen wir zu Weihnachten um den ach-so-kärglich gedeckten Gabentisch und stopften die Stolle in uns hinein, von der wir später dann auch noch hören mußten, daß sie eigentlich der Stollen war. Und Weihnachten heißt vorne „an“. – Danke, kaputte Mauer!!!

 

 An Pfingsten habe ich schon an Weihnachten gedacht! Oder heißt es hier nun „zu“? An Pfingsten habe ich schon zu Weihnachten gedacht, was mich aber so ermüdete, daß mir die Augen anfielen. Nur gut, daß ich im Bergbau arbeite, im Stollen, denn da sah das keiner. Zu und für sich.

 

 Und das alles um Viertel nach Zwei, wenn ich es recht erinnere.

 

 Hier nun schwinge ich mich aber vom Eleven zum Lehrer auf und schreite verbal mit einem die Wessis zu Schülern degradierenden „Nein, Eleven!“ ein: Ihr dürft zwar weiter bescheuertes Deutsch labern, aber blickt, bitte, wenigstens herablassend auf die ostdeutsch-anpasslerisch euch Nachahmenden herab. Diese könnten es besser wissen, ahmen euch aber nur nach!

 

 Denn mal ehrlich: Zu Weihnachten werde ich, und zwar um dreiviertel acht, wieder Stolle essen. Bis viertel neun! Und zwar acht Stück. Dann esse ich ungebremst weitere drei Stück, so daß ich 45 Minuten später ausrufen kann: „Nine! Eleven!“ – Dies stehe ab heute auch für Uhrzeit mit Stolle.

 Und daran werde ich mich ewig erinnern! 

 

 Elfenhafte Grüße vom

 

Eleven Jürgen

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