23.Oktober 2006


J. und W. in D.

Liebe Lesende, lieber Lesender,

ich lebe noch. Denn: Die Hoffnung stirbt zuletzt!

 Da kann sich Herr W. noch so schöne Verbrennungs-, Urnenbeisetzungs- oder Seebestattungs-Zeremonien für mich ausdenken – wenn posthum in rund 500 Jahren einen Tag nach seinem Dahinscheiden die ihn darstellende Statue „Der verzweifelte Mandolinen-Spieler beim Stimmen“ im Großen Saal des Gewandhauses zu Leipzig enthüllt wird, dirigiere ich den Chor des Hauses, der dann mit Hits wie „Das war Waldemar“, „Sein Freund war Ingenieur“ oder „Der Ur-Ur-Opa aus seiner Band“ die Himmelspforten für den diplomierten Ingenieur weit aufreißen wird.

 Und keine Angst, Waldi, du mußt die Tür nicht hinter dir zumachen, denn einen Tag später komme ich nach, weil sie noch ´nen Tag später schon ansteht: die erste Himmels-Mugge.

 Gott hat übrigens schon gebucht, nachdem er ja im neuen Programm namentlich sowie sogar mit einem Farbfoto gemeinsam mit uns das Publikum verzaubern durfte.

Welches wiederum uns verzauberte – bei der Vorpremiere von „Alabaster-Körper“ am Freitagabend im Schloßkeller zu Delitzsch, wo ja wir zwei beiden vor gefühlten 20 Jahren das Narva-Licht der Welt erblickten.

 Was haben wir gelacht! Nun gut, nicht bei der Probe am Nachmittag, bei der wirklich alles schief ging, aber dann am Abend: das Publikum über Herrn Rösler, Herr Rösler über sich, Frau Rösler über Herrn Rösler, und ich über das überzeugende Gedicht, welches uns der „Fanclub Universe, Sektion D“ ins Gästebuch schrieb.

 

 Vereinzelt erhielt ich nach der Mugge sogar Angebote zum nächtlichen Kuscheln, die ich aber beharrlich ablehnte! Das zeugt erstens von Charakter, zweitens aber auch von Geschmack, denn sie kamen alle von einem gewissen Waldemar. Und mit dessen Frau möchte ich es mir nun schon gar nicht verscherzen. Sonst sind beim nächsten Mal, wenn ich in ihrer Heimstatt mein kostenloses Mahl einnehme, rein zufällig die Hunde los… Auch der Waldi!

 Am Samstag verfolgten Herr Rösler und ich dann gespannt, wie, mitten in Deutschland, eine neue Mauer ihrer Errichtung harrt. Kölleda soll von der Außenwelt abgeschnitten und –geschirmt werden. In Gänze. Also alles. Ringsrum.

 Zweimal näherten wir uns der geplanten Spielstätte laut Navigationssystem bis auf vier Kilometer – dann waren alle Verbindungswege gekappt. Waldi glaubte sogar, schon Gerüste für den Bau von B-Türmen im Abendlicht zu erkennen. Nett grüßten die Führer der Hundestaffeln, die an uns vorbei zum Einsatz marschierten, und gaaaanz undeutlich vermeinte ich das Wort „Vergatterung!“ zu hören…

 Kölleda, steh’ auf! Heute ist Montag. Zeit für ´ne Demo! Noch ist es nicht zu spät! Denn wenn selbst wir nach vierzig Minuten Fahrt für vier Kilometer Luftlinie die in Bau befindlichen Grenzwälle am Samstag noch durchbrechen konnten, werdet ihr das auch schaffen. Denn ihr seid, wie wir vorgestern dankbar feststellen konnten, mehr als wir!

 

 Kämpft! Baut die Straßen wieder auf! Schüttet die als in Bau befindliche Bahnübergänge getarnten Grenzgräben wieder zu.

Und ´s Gridl soll eure Anführerin sein!

 Denn ich habe es am Samstag in Kölleda gelernt: Die Koseform von Ingrid lautet „´s Gridl“.

 Das möchte ich nie und nimmer gridlsieren!

 Wiederbelebte Grüße von

´s Genl

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