23.September 2006


Taube Wedler

 

Liebe Lesende, lieber Lesender,

 

 ich habe mich ein paar Tage nicht gemeldet, da ich beschftigt war: Tauben vergiften! Natrlich nicht im Park, da wird das ja schon seit Jahrzehnten erfolgreich erledigt, aber auch in den nichtgrnen Arealen Leipzigs hat man in dieser Hinsicht noch und ncher zu tun. Und stt bei hflichen Wnschen nach Untersttzung durch Passanten jeder Art oft genug, wenn nicht gar immer, auf taube Ohren, um mal keinen Kalauer zu vermeiden.

 

 Vor allem Frauen mgen es, scheint’s,  gar nicht, wenn das liebe Federvieh sich, von mir initiiert, auf den Rcken legt und die nichtpedikrten Krallen letztmalig gen Himmel streckt.

 

 Aber Frauen und Tiere – das ist ja ein weites Feld. Feld mir da gerade ein. Ein sehr weites! Ein riesiges!

 

 Derzeit haben beispielsweise alle, aber auch wirklich alle Frauen, die ich kennenlerne, einen Hund. (Gut, ich hab', zugegebener Weise, eine Meise, aber das hat doch fast schon wieder was Anziehendes, oder?) Ich vermute sogar sehr stark, da die Hunde-Hasser-Mafia all die nichtbehundeten Mdels von mir fern hlt, um mich fr sich (also die Mafia) zu kdern. Oder ktern. Ha! Dabei hasse ich Hunde keineswegs. Ich mag sie blo nicht.

 

 Sie wiederum scheinen der Meinung zu sein, ich schmecke, denn stets und stndig bellt es mich im von mir bewohnten Mietshaus, das ich immer bis unters Dach, wo ich logiere, besteige, in jeder Etage durch die gottseidank geschlossenen Tren hungrig an. Und beim Joggen im Rosental bin ich gerade mal noch so schneller als die chappy-berdrssigen Bellos, habe aber stets die tropfenden Lefzen der von ihren Besitzern als Nichtstuer („Der macht nichts!“) verharmlosten Frischfleisch-Gierer im Blick. Wenn wenigsten ein paar Mdels an ihren Leinen von den Vierbeinern hinter sich und damit auch hinter mir hergezogen wrden, aber die machen natrlich alle einen auf Kapitn und rufen „Leinen los!“.

 

 Was findet die Weiblichkeit blo an den hechelnden Fell-Trgern? Ok., an Fell mangelt es unsereinem mittlerweile extrem, aber hndisch gucken knnen wir Mnner, und ich allen voran, doch auch! Aus jedwedem Gef zu saufen – ein Leichtes fr den Mann von Welt! Und beim Essen richtig laut zu schmatzen und zu sabbern – das ist doch fr einen Groteil meiner Spezies kein Problem. Ein Gleiches gilt frs Gassigehen. Ein Mann – ein Baum! Aber hallo!! Dazu mssen viele Jogginghosen-Adonisse nicht mal in den Park…

 Blo falls unsereiner mal wedelt, wenn Frauchen nach Hause kommt, wird er schief angeguckt.

 

 Es soll ja auch noch drei bis vier Frauen ohne Hunde geben. All diese fordere ich hiermit ultimativ auf, sich bei mir zu melden. Fr eine Nacht voller Seeligkeit. Mit Hundeblick. Ohne Sabbern und Schmatzen. Und ohne Hose, pardon: Jogginghose. Wenn’s sein mu, mache ich leckeres „Chappy“ warm. Oder entblttere mich, psychisch und physisch, bis auf die Knochen(!), was dann ja ein Huten wre. Im Extremfall wrde ich mich sogar zu einem Wedler hinreien lassen, aber das entbehrt dann jedwedler Hunde-Affinitt.

 

 Sollte sich aus einem dieser nichthndischen Dates eine lngere Beziehung (also mehr als eine Nacht) entwickeln, knnten wir auch zusammen Tauben vergiften. – Denn gemeinsame Interessen sind das A und O im ABS (kein Schreibfehler!) der Liebe…

 

 Wer nun fragt, wie denn der andere Teil unseres musikalischen Ensembles zur Frage „Hund“ steht, dem sei es ins Antlitz gewufft: Nein, einen Hund hat Herr Rsler nicht!!!!

 

 Er hat zwei.

 

 Hndische Gre in bell-canto von

 

Jrgen

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