14.August 2006


Kommata weg!

 

  Liebe Lesende, lieber Lesender,

 „Kommata weg!“ bemaßregelt die sächsische Mutti ihr Kind, das sich zu nah an eine gefährliche Zone (Wolfsgehege im Zoo, tiefer Schwanenteich, Volksmusik-CD-Angebote im Supermarkt) herangewagt hat. Daß es eigentlich zumindest „Gemata weg!“ heißen müßte, sei hier nur nebenbei und völlig unkritikasterisch angemerkt. Es heißt ja auch, wie ich erst kürzlich erleben bzw. erhören durfte: „Komme ma bei die Mutti!“ – Doch das Wunder aller Wunder: Die Kinder verstehen ihre Erzeuger! Diese Gene sind aber auch Teufelsdinger…

  Nun aber zum eigentlichen Anliegen, ja Elend, denn es mußten zwar nicht die Kommata weg, sondern nur eines, also ein Kommat. Oder so. Und zwar im vorigen Text über Waldis immer noch unoperierte Schulter.

  Hier der Auszug aus der mich tief treffeden E-Mail:

 SKANDAL!!!

Ich habe einen Komma-Fehler gefunden!!! Und zwar im letzten Text:

 Können Adoptiv-Eltern eigentlich jünger sein, als deren Kinder?

 Hier kommt KEIN KOMMA hin!!! Das weiß ich !!! GENAU !!!

  Nun könnte ich sofort und ganz ohne Häme anmerken, daß man nie und niemals hinter „ich“ und "GENAU" eine Leertaste setzt, wenn dann noch drei (Warum eigentlich nicht fünf oder sechs, liebe Diana?) Ausrufungszeichen folgen. Aber das wäre eine mir wirklich zu plump erscheinende Retourkutsche. Denn, das gebe ich kleinlaut zu, die Kritik bestand zurecht.

 Und das Kommi ist ja auch schon gelöscht! Kein Kommus mehr da!! Alle unnützen Kommoden sind weg!

  Aber hätte da nicht bei der nächsten persönlichen Begegnung ein „Hallo Jürgen, dir ist da ein durchaus verständlicher Fauxpas unterlaufen…“ genügt? Muß es das reißerische „SKANDAL!!!“ sein, und dann auch noch in Großbuchstaben?

 Ich möchte die Beckmesserin hier nicht namentlich nennen, denn das würden ihr die Mitbürger im nahen und entfernteren Wohnumfeld wohl nie verzeihen, aber ich bin schon enttäuscht, liebe Diana. Gerade von dir, Frau Rohland, hatte ich das nicht erwartet!! Sei froh, daß du hier anonym bleibst!!!

  Empört wende ich mich ab jetzt meinem Tagwerk zu, das heute vor allem darin besteht, darauf zu warten, daß sich endlich mal ein anderer als der ominöse Ingolf ins Gästebuch einträgt.

  Los, macht mal. Es sei denn, jemand vermißt ein Kommii bzw. hat ein Kommus zuviel gefunden. Obwohl ich mal gelehrt bekam, daß im Kommunismus, also in der Gesellschaftsordnung der absolut freien Zeichensetzung, jeder alles entsprechend seiner Bedürfnisse erhielte. Aber, ob, das,, auch, auf, Kommata, zutrifft, werde,,, ich, wohl,, nicht, mehr, in, echt, überprüfen,,, können…

  Kommatös grüßt

 Jürgen

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