28.Januar 2006


Das Dummchen

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 ja, ich bin soeben erwacht und habe den Computer betreten. Da ich multifunktional begabt bin, verzehre ich nebenbei trinkenderweise eine Portion Kaffee und denke über den weiteren Tagesablauf nach. Der Kunst – ja, nennen wir meinen Broterwerb durchaus einmal so – also der Kunst werde ich erst wieder am Sonntag frönen. Ein Tag, an dem ich ihn erstürmen werde, den Honorar-Himmel! Vorfreude bemächtigt sich, und zwar meiner.

 Der morgige Abend dagegen ist Heinz Strunk gewidmet, dessen literarisches Machwerk „Fleisch ist mein Gemüse“ ihr dem eurigen, nicht etwa Gemüse, sondern Gemüte, unbedingt zuführen müßt. Sollten ihr es nicht, und diese Vermutung hege ich stark, bereits getan haben und ob des dem Werke innewohnenden Humors in häufiges und vor allem wissendes lauthalses Schmunzeln ausgebrochen sein.

 Nun aber unterstreicht mir dies Rechtschreibprogramm „lauthalses“ rot, und ich merke: Dies ist weder mein richtiges Rechtschreibprogramm noch mein richtiges Leben, denn Solcherlei DARF sich nicht zutragen, wenn man sich bemüht der Sprache der Straße abhold zu sein und entsprechend zu formu- und fabulieren. Ha! Jetzt unterstreicht es „formu-"! Das Dummchen!!

 Nun lasset mich mein gut getrocknetes Pülverchen für diesen Tag nicht binnen einer Wortmeldung verschießen, denn noch ist Winter. Und erst im Frühling bricht ja das große Verschießen aus, welches im Volksmund gar mit „Liebe“ umschrieben wird. Ich füge ungefragt „Triebe“ hinzu und denke dabei an all die langen Jahre, die ich bereits diesen Planeten, der uns übrigens von unseren Enkeln nur geliehen ist, ziere.

 Zieren Sie, sehr geehrte Leserin, geehrter Leser, sich ebenfalls nicht, mir, dem Absender dieses Schreibens, ein linguales Lebenszeichen zu senden.   Zumal mich hungert. Oder gar mir? Egal, denn dann könnte ich mir ob ihrer Sendung ein Sendwich zubereiten und mit dem Lächeln des Gourmets im leicht faltigen, ab und an aber immer noch verschmitzt, ja gar spitzbübisch in die total der Demenz verfallene Umwelt blickenden Gesicht verzehren. Mjammm!

 Es möge ein Tag der Erfüllung für uns alle, inklusive der uns am Herzen liegenden Freunde, werden. Diesen Wunsch offeriert euch ergebenst dienernd und hofierend

Jürgen

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